Chefinspektor mit Unterwelt verhabert

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Bericht aus DiePresse.com vom 10.1.2011


Angeklagt: Chefinspektor „mit Unterwelt verhabert“

10.01.2011 MANFRED SEEH (Die Presse)


Ein hoher Beamter steht wegen seiner Kontakte ins Rotlichtmilieu vor Gericht. Der Staatsanwalt spricht von „zahlreichen objektiven Beweisen“. Der Angeklagte: „Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen.“


[WIEN] Er gilt als eine der Hauptfiguren des „Polizeikrieges“, der in den Jahren 2006 und 2007 die Führungsebene der Wiener Exekutive lähmte. Nun steht Chefinspektor Franz Pripfl (53) wegen einer ganzen Serie von Amtsdelikten vor Gericht. Die Anklage wirft ihm neunfachen Amtsmissbrauch, Betrug, Verletzung des Amtsgeheimnisses, Nötigung und falsche Beweisaussage vor, wobei der seit März 2007 suspendierte Beamte mehrere Straftaten „unter Ausnützung einer Amtsstellung“ begangen haben soll.

Pripfl bestreitet alle Anschuldigungen: „Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen.“ Am Rande des am Montag begonnenen Schöffenprozesses meinte er auf Befragen der „Presse“, dass von den Ausführungen des Staatsanwaltes „nicht einmal ein Zehntel wahr“ sei. So unterstrichen die beiden Verteidiger Karl Bernhauser und Andreas Duensing, dass sich „der Top-Kriminalbeamte – er hat Helmut Frodl überführt und den Diebstahl der Saliera aufgeklärt“ – für gänzlich schuldlos erkläre.

Im krassen Widerspruch dazu standen die harten Worte von Staatsanwalt Wolfgang Wohlmuth. Dieser gehört übrigens der Staatsanwaltschaft Korneuburg an, ebendort wurde die Sache aufbereitet, um eine Distanz zum „Tatort“ Wien zu haben. Die Verhandlung selber wird nun aber im Grauen Haus in Wien geführt. „Mir geht's nicht darum, einen erfolgreichen Kripobeamten zu verfolgen, sondern darum, einem Kriminellen das Handwerk zu legen“, meinte Wohlmuth. Und: „Der Angeklagte hat seine Kontakte zum Rotlichtmilieu nicht nur beruflich sondern auch privat ausgenutzt.“

So sei es etwa als Amtsmissbrauch anzusehen, dass der Beamte das Rotlicht-Etablissement „No Name“ von September 2003 bis September 2005 vor Polizeikontrollen geschützt habe. Der dortige Boss, der Serbe Dragan J., vulgo „der Zopf“, habe eine Truppe befehligt, die „in Mafiamanier Schutzgelder eingetrieben hat“. Der Chefinspektor sei mit J. befreundet gewesen. Auch mit dem Ex-Boxer Dusko R., alias Rocky, dem früheren „Security-Chef“ des Gürtellokals „Pour Platin“, habe der Beamte beste Kontakte unterhalten.


Rotlicht-Lokale auf „Sperrliste“

War das „No Name“ von Polizeirazzien bedroht, soll der nunmehrige Angeklagte konsequent behördliches Vorgehen verhindert haben. Das Rotlicht-Lokal wurde auf einer „Sperrliste“ geführt. Etablissements auf dieser Liste blieben weitgehend verschont, die Polizei erklärte dies seinerzeit damit, dass man dafür wertvolle Hinweise aus dieser Szene bekomme.

Pripfl erklärte, er verdanke seinem früheren V-Mann (Vertrauensmann) Dragan J. „schöne Erfolge“ als Kriminalist. Er habe aber „nie privaten Umgang gehabt, ich war mit keinem auf Urlaub, mit keinem privat trinken“. J. sei „einer der besten Informanten, die die Wiener Polizei je gehabt hat“, gewesen. Bemerkenswert ist insofern aber ein Foto, das den Beamten im Dezember 2005 in einem Hotel auf der Hochzeit von Dragan J. zeigt.

Die Vorwürfe reichen noch viel weiter: So soll es der Polizist unterlassen haben, drei Gramm Heroin sicher zu stellen. Auch soll er von einer Durchsuchung einer Wohnung, in der eine große Menge Heroin lagerte, abgesehen haben. Er soll ferner eine illegale rumänische Prostituierte „geschützt“ haben, der Staatsanwalt spricht gar von „gemeinsamen Saunabesuchen“.

Auch dies wird von dem Kriminalisten (seit 1975 im Polizeidienst) mit dem Hinweis auf völlig „einseitige Ermittlungen“ durch das frühere Büro für interne Ermittlungen (BIA) zurückgewiesen – ebenso wie der Vorwurf, er habe beim Versuch, den Mord im Gürtel-Café Cappuccino aufzuklären, einen Mann, der als Täter in Frage kommt, vor der Verfolgung bewahrt.

Der Prozess ist vorerst bis 11. Februar anberaumt.


Justiz und das Rotlichtmilieu - never ending story

Anm: Die Nähe der Justiz und der Strafverfolgungsbehörden zum Rotlichtmilieu fällt auf:

Saunaaffäre "Golden time"

Wiener Sumpf - Polizei und ihre "Freunde"

Edelpuff Babylon und die Besucher - Promirichter - Promianwälte etc.




Bericht aus news 2007:

BLAULICHT IM ROTLICHT EXKLUSIV: NEWS deckt einen neuen Wr. Polizei-Skandal auf! Video zeigt engen Kontakt der Kripo in die Unterwelt


Cop Franz Pripfl feierte mit Gürtel-Capo

Bilddokumente zeigen nun erstmals die engen Kontakte der Wiener Kripo in die Unterwelt. Wie in einem Mafiafilm: Ein Cop zu Gast bei der Hochzeitsfeier eines Unterweltscapos.

Es sind Szenen, die aus einem Mafia-Film von Sergio Leone oder Martin Scorsese stammen könnten: Ein Unterweltscapo feiert mit großem Pomp seine Hochzeit, das „Who’s who“ der Szene ist anwesend, es wird geküsst, umarmt, geherzt. Und mittendrin in der illustren Party-Gesellschaft: ein hochrangiger Polizist. Er trinkt Champagner, lässt mit Rotlichtbossen die Gläser klirren, plaudert vertraut mit amtsbekannten Kriminellen, lacht, scherzt. Tatsache ist: Der Streifen (der NEWS exklusiv vorliegt) wurde nicht in Hollywood produziert – sondern in Österreich. Und die Kamera führte kein Starregisseur, sondern ein Mitarbeiter einer kleinen Wiener Videofirma. Genau deshalb ist der Film umso brisanter – weil die Szenen darin eben nicht Fiktion sind, sondern Dinge zeigen, die real geschehen sind.


Familienfest in Nobelhotel

Und zwar genau am 1. 12. 2005 – als „Rocky“, in leitender Position in einem Wiener Bordell tätig, mit einer Blondine vor den Traualtar getreten ist und anschließend in einem Wiener Nobelhotel ein rauschendes Fest gegeben hat. Unter den Gästen: ein leitender Beamter der KD1, Chefinspektor Franz P. Wer ist die Person, die zu der Fete geladen hatte – wer ist also der Bräutigam? Der Security-Chef des „Pour Platin“, eines Etablissements, das der bereits in negative Schlagzeilen geratene Kripo-Chef Roland Frühwirth auf die berühmtberüchtigte „Sperrliste“ gesetzt hatte. Der Zweck dieser polizeiinternen Tabelle: Alle Lokale, die darauf standen, sind – über Jahre hindurch – vor überraschenden Kontrollen der Exekutive geschützt gewesen. Begründet war diese Maßnahme immer damit, dass in ebendiesen Bordellen bereits Ermittlungen im Laufen gewesen wären und diese Erhebungen nicht von Kollegen aus anderen Dienststellen gestört werden dürften. Fakt ist: Vor wenigen Wochen war Frühwirth vorübergehend wegen diverser Verdachtsmomente gegen ihn suspendiert worden. Die Vorwürfe: Er hatte die „Sperrlisten“ konzipiert; weiters war er von Beamten der Fremdenpolizei bei einem augenscheinlich privaten Besuch in einem der betreffenden Puffs gesichtet worden (just, als der Betreiber des Lokals ebendort mit Sekt und Kaviar seinen Geburtstag feierte); zudem gab es Hinweise, Frühwirth könne im Zuge der „Sauna-Affäre“ Zeugen manipuliert haben. Und weiters bestanden auch noch Anhaltspunkte dafür, er hätte sich möglicherweise von einem jugoslawischen Geschäftsmann, der als einer seiner Kontaktleute gilt, Anzüge schenken lassen. Gerichtlich relevante Beweise für ein korruptes Verhalten des Beamten konnten, laut Polizeipräsident Peter Stiedl, bis dato allerdings nicht festgemacht werden – vor knapp einer Woche wurde daher die Suspendierung des Kripo-Leiters wieder aufgehoben. Mit der Begründung, dass die Anschuldigungen wahrscheinlich als Missverständnisse zu deuten wären.


Der Banden-Boss und der Polizist

Aber zurück zu der auf Video festgehaltenen Hochzeitsfeier: Roland Frühwirths Kollege Franz Pripfl feiert mit Unterweltskönigen ein rauschendes „Familienfest“. Und weiters steht fest: Auf dem Hochzeitsfilmist er sogar mit Dragan J. alias „Repic“ – „der Zopf“ – zu sehen. Wer aber ist Dragan J? Der gebürtige Serbe war vergangene Woche in die Schlagzeilen geraten. Jahrelang soll er als Boss einer Schutzgeldtruppe im Wiener Rotlichtmilieu für Angst und Schrecken gesorgt haben. Er und seine Gang hätten Lokalbesitzer erpresst. In Mafiamanier. Die Opfer seien mit Pistolen bedroht, bewusstlos geschlagen, schwer verletzt worden – sogar die Kinder der Betroffenen seien nicht verschont geblieben. So sollen „Repic“ und seine Gefolgsleute etwa einem siebenjährigen Mädchen die Haare angezündet haben. Dennoch: Über lange Zeit hindurch traute sich keines der Opfer, Anzeige gegen seine Peiniger zu erstatten. Der Grund: „Repic“ und Co hätten immer vorgegeben, die Polizei würde sie decken… Angaben, die nun die Kriminalisten des BIA, der internen Prüfungsstelle der Bundespolizei, checken. Umso mehr, als das Ende 2005 gedrehte Video einen deutlichen Hinweis darauf gibt, dass Chefinspektor Pripfl und „Repic“ einander gut kennen dürften. Wie gut die beiden einander kennen sollen, will „Versace“ (Name von der Redaktion geändert) wissen. „Versace“: Seit vielen Jahren arbeitet er im Milieu, als Aufpasser auf dem Straßenstrich. Das erste Mal habe er Franz Pripfl, Leiter einer KD1-Gruppe gegen „Gewalt und Prostitution“, im Frühjahr 2006 im „Pour Platin“ – das gürtelnahe Puff gilt als „Herzstück“ der Lokale des Unterweltskönigs Richard St. – kennen gelernt. „Der Pripfl ist dort mit seiner Polizisten-Partie gesessen – und hat es sich gut gehen lassen.“ „Pour Platin“-Security-Chef „Rocky“ – glücklicher Bräutigam auf dem Hochzeitsvideo – hätte P. und „Versace“ dann einander vorgestellt. Es soll nicht die letzte Begegnung der beiden Männer gewesen sein. „Versace“: „Ich traute meinen Augen kaum, als ich ein paar Wochen später den Kriminalbeamten wieder in einem Bordell sah.“ Diesmal in einem Nachtlokal, das Dragan J. alias „Repic“ gehörte. Hier schließt sich der dubiose Kreis. Denn P., so behauptet „Versace“, „ist dort wieder mit ein paar seiner Kollegen herumgesessen, die Beamten haben Alkohol getrunken und sind mit Mädchen herumgehangen. Und ich hab mir gedacht, dass es schon irgendwie komisch ist, dass die Kontakte der Polizei zum Milieu mittlerweile so extrem eng sind.“


Horngachers Kontrolle am Straßenstrich

Und „Versace“ will sich noch an weitere diesbezügliche seltsame Vorfälle erinnern: Anfang 2006, berichtet der 37-Jährige, hätte er nämlich „ganz hohen Besuch aus der Polizeidirektion“ bekommen: „Damals kam General Horngacher eines Nachts gegen zwei Uhr früh an den Gürtel, um nach dem Rechten zu sehen.“ „Versace“: „Er ist in einem Auto mit Chauffeur vorgefahren, hat seine Dienstmarke gezückt und mich gefragt, ob alles in Ordnung sei. Ich habe gesagt: ,Grüß Gott, Herr Horngacher‘, woraufhin er gefragt hat, woher ich ihn kenne. Seine Bilder sind ja oft in einer Tageszeitung, habe ich geantwortet.“ Zunächst passierte folgendes: Nach der hohen Visite wären in „Versaces“ Revier die Polizeikontrollen drastisch verstärkt worden, ein paar Mal pro Woche seien nun Einsatzkräfte dort aktiv gewesen. „Versace“: „Für das Geschäft war das absolut nicht förderlich.“ Mitten in dieser Durststrecke bekam„Versace“ dann einen „Rat unter Freunden“. Der Übermittler: „Pour Platin“-Securitychef „Rocky“: „Schau, da gibt es so einen Club, ,Nokia-Club‘ heißt er, und wenn du den Leuten dort Geld gibst, dann hast du sehr schnell wieder deine Ruhe. Und wenn es mit der Polizei Probleme gibt, wende dich an den P. Kauf ihm eine Raymond-Weil-Uhr, dann regelt er das gerne für dich.“ „Versace“: „Ich nahm den Tipp an und zahlte hinkünftig 700 Euro monatlich an den ,Nokia-Club‘.“ Wie sehr Chefinspektor Pritzl angeblich helfen konnte, davon will sich der Aufpasser einmal höchstpersönlichwährend einer mutmaßlich von der Kripo im Vorhinein angekündigten Razzia im „Repic“-Etablissement überzeugt haben: „Der Pritzl ist mit seinen Kollegen einmarschiert, hat sein Telefon gezückt, eine Nummer gewählt und gesagt: Servus, Roland, ich bin bei einem Haberer, da ist alles leiwand.“ Im Herbst vergangenen Jahres ist „Versace“ aus der „Familie“ – wie er die Clique um Unterweltskönig Richard St. nennt – ausgetreten. Seitdem haben drei Mädchen gegen ihn anonym zur Anzeige gebracht, dass er Schutzgeld kassiere. „Versace“: „Alles Unsinn, das habe ich nie getan. Im Gegenteil: Viel zu lange habe ich Kohle an den ,Nokia-Club‘ bezahlt.“


Der „Club Nokia“

An die 20 Lokale in Wien wollten – oder konnten – auf das Schutzpaket, das „Rocky“ und sein Chef Richard St. angeboten hatten, nicht verzichten. Der Name des Schutzgeldrings: „Club Nokia“. NEWS liegt eine Liste mit den Namen einiger Etablissements vor, deren Besitzer zwischen 200 und 2.300 Euro monatlich einbezahlt haben sollen. Die angebliche Gegenleistung dafür: das Lösen von Problemen mit Konkurrenten; bei Schlägereien im Lokal konnte eine Nummer gewählt werden und „Security“-Leute aus dem Milieu tauchten innerhalb weniger Minuten auf, um die Situation zu bereinigen – und: Die Zahler mussten keine Angst vor Polizeirazzien haben. Der Grund: Sie sollen rechtzeitig vorgewarnt worden sein, wenn Kriminalbeamte Kontrollen im Lokal geplant hatten. Ein Mitarbeiter eines der Puffs, das in den „Club Nokia“ einzahlte und das auf Frühwirths „Sperrliste“ stand: „Bei uns gehen immer wieder Polizisten aus und ein. Nicht, um nur etwas zu trinken oder vielleicht aus beruflichen Gründen. Wenn sie ein Mädchen wollen, wird es von einem unserer Leute auf das Zimmer gebracht, die Beamten kommen dann nach. Zahlen tun sie nie dafür.“


„Ich bin der Mafiaboss, du der Polizeichef!“

Günther (Name von der Redaktion geändert) gehörte lange Zeit zum engsten Kreis von „Rocky“ und Richard St. – und er behauptet: „Ich kann mich an ein Telefonat von Richard mit Frühwirth erinnern, in dem er gesagt hat: ‚Ich bin der Mafiaboss von Wien – und du bist der Polizeichef!“ Fest steht: Mittlerweile ist Richard St. quasi nur noch via Telefon erreichbar. Seit einigen Monaten hat er sich aus dem mühsamen Geschäftsalltag in Wien zurückgezogen, er bewohnt jetzt eine Luxusvilla in der Dominikanischen Republik. Die Fäden über sein Business hat er freilich noch immer fest in der Hand – seinen hier gebliebenen engsten Mitarbeiterkreis instruiert er regelmäßig mittels Videokonferenz über das Internet. Die interne Buchhaltung des „Pour Platin“, die NEWS von einem Informanten zugespielt wurde zeigt, dass einige Polizisten anscheinend ausgiebig in dem Bordell konsumieren: Ausschanklisten belegen Getränkebestellungen von Beamten – in Beträgen von bis zu 600 Euro. Ob die „Ordnungshüter“ die Rechnungen auch bezahlen, ist auf diesen Tabellen nicht vermerkt.


Verratene Razzien?

Zeugenaussagen zufolge soll man im „Pour Platin“ bis dato wissen, wann Razzien geplant sind. Günther dazu: „Eine Freundin von mir hat zum Beispiel einmal den Frühwirth mit einem Türsteher vor dem ,Pour Platin‘ reden sehen. Kurz darauf ist dieser Türsteher gekommen und hat gesagt, an welchem Tag wir sauber sein müssen.“ „Sauber sein“ bedeutet in diesem Zusammenhang: keine illegalen Prostituierten im Lokal zu haben. Als ein weiteres Indiz für die enge Verbindung Frühwirths zum „Pour Platin“ könnte die Tatsache gewertet werden, dass genau jene drei Prostituierten, die im Frühjahr 2006 in der KD1 gegen Ex-„goldentime“-Boss Wolfgang Bogner ausgesagt haben, nach ihren vertraulichen Kripo- Einvernahmen sofort im„Pour Platin“ gut dotierte Jobs bekommen haben. Günther: „Ich bin mir sicher: Der Frühwirth wollte das ,goldentime‘ fertigmachen.“ Fakt bleibt: Wolfgang Bogner hatte sich strikt verwehrt, dem „Nokia-Club“ beizutreten. Und vielleicht ist es auch nur Zufall, aber fest steht weiters: Im „goldentime“ wurden nach der Weigerung Bogners, Schutzgeld zu zahlen, oft mehrmals pro Woche Razzien durchgeführt. Das „Pour Platin“ hingegen kam auf lediglich zwei Polizeikontrollen innerhalb von zehn Monaten. Und selbst die sollen angekündigt gewesen sein.


„Ein Auftragskiller kostet 2.000 Euro.“

Als im Herbst 2006 Polizeipräsident Peter Stiedl Frühwirths Sperrlisten aufgehoben hat, soll es in der Szene kurzfristig zu großer Beunruhigung gekommen sein. Günther will sich jedenfalls an die nervös-erboste Aussage eines Nachtclub-Besitzers erinnern, der damals angemerkt haben soll: „Und wieso sollen wir jetzt noch an den Nokia-Club Geld zahlen?“ „Versace“ hat jetzt keinen Schutz mehr durch den „Nokia-Club“. Von Franz P. und dessen Kollegen auch nicht. Und wenn er nun berufliche Probleme im Milieu hat, dann traut er sich in keine Polizeistation: „Wenn ich eine Anzeige mache – was ist, wenn der Beamte dann meine Aussage an eine korrupte Kieberer-Partie weiterleitet? Ich habe Angst, wirklich Angst. Ein Auftragskiller kostet zurzeit in Wien 2.000 Euro. Wenn man mich mit einem Kopfschuss findet – bitte schreibt darüber.“

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