Huber

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Gelder veruntreut?

06.09.2007


Ex-Stadtamtsdirektor in Untersuchungshaft

Der ehemalige Stadtamtsdirektor von Hohenems, Gerhard Huber, ist am Freitag (31.8.2007) in Untersuchungshaft genommen worden. Der Rechtsanwalt wird verdächtigt, mindestens 800.000 Euro veruntreut zu haben.


Inhaltsverzeichnis

Vorwurf: Von Treuhandkonto umgebucht

Huber wird verdächtigt, Gelder einer finnischen Versicherung, auf deren Treuhandkonto er Zugriff hatte, auf sein eigenes Konto umgebucht zu haben. Er befindet sich bis 14. September in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Feldkirch im Stadium der Voruntersuchung, es bestehe aber dringender Tatverdacht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Veruntreuung und wegen Betrugsverdachts.


"Eine Art Dreiecksgeschichte"

Hubers Anwalt Dieter Klien sagte gegenüber Radio Vorarlberg, das Ganze stelle sich momentan als eine Art Dreiecks-Geschichte dar. Einerseits gebe es die finnische Versicherung, andererseits gebe es einen französischen Geschäftsmann und dann eben Gerhard Huber.


Huber erklärt, dass der Franzose ein Mittelsmann der Versicherung sei und ihm den Auftrag gegeben habe, ein Treuhandkonto zu eröffnen und über das Geld zu verfügen. Mit dem Geld habe er - Huber - dann verschiedene Spesen und auch Schulden des Franzosen bezahlt.


Für Anwalt Klien gibt es Indizien, dass Huber in gutem Glauben gehandelt habe. Einerseits sei das Treuhandkonto in Vorarlberg eröffnet worden, andererseits sei jede Transaktion nachvollziehbar.


Offenbar Daten in Hubers Pass gefälscht

Doch nun könnten weitere Ermittlungen auf Huber zukommen: Am Donnerstagvormittag erklärte die Stadt Hohenems in einer Aussendung, dass in Hubers Pass unrichtige Daten stünden.

Nach Hubers Darstellung ist eine Frau aus Jordanien, die in Vorarlberg lebt, zu ihm gekommen und hat ihn um Hilfe gebeten. Ihre Kinder seien bei ihrem geschiedenen Mann in Jordanien.

Er habe dann einen Stadtmitarbeiter beim Meldeamt dazu überredet, Meldedaten für eine Passeintragung zu manipulieren. Damit habe er sich in Jordanien als Vater der Kinder ausgeben und die Kinder nach Vorarlberg bringen wollen. Der Versuch sei aber fehlgeschlagen.

Die Stadt hat über den Vorfall bereits die Staatsanwaltschaft informiert, aber auch hier gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung für Gerhard Huber. Der Stadtmitarbeiter aus dem Meldeamt wurde inzwischen vom Bürgermeister beurlaubt.


Oberster Gerichtshof bestätigt Freispruch wegen Notstand

In der von der Staatsanwaltschaft Feldkirch gegen Huber in dieser Angelegenheit angestrengten Strafsache wegen angeblicher Anstiftung zum Amtsmißbrauch desjenigen Beamten, der die fiktiven Kinder in den Pass eingetragen hatte, hat der Oberste Gerichtshof mit Urteil vom 25.05.2011 den durch das Landesgericht Feldkirch ergangenen Freispruch bestätigt. Huber hatte sich in einem rechtfertigenden Notstand befunden, da die Interessen des Kindeswohls über dem Interesse des Staates an einem fehlerfreien Dokument stehen.


Möglicherweise Disziplinarverfahren

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, sei er bestürzt, sagt der Präsident der Vorarlberger Rechtsanwaltskammer, Sepp Manhart. Man warte nun die Untersuchungen der Behörden ab, gegebenfalls gebe es ein Disziplinarverfahren. Dann müsse ein Gremium über Maßnahmen entscheiden, diese könnten bis zu einem Berufsverbot als Anwalt reichen.


Huber: "Vorgehen war rechtens"

Der Verteidiger des betroffenen Anwalts habe bereits signalisiert, dass sein Mandant resignieren und seine Berufsbefugnisse zurücklegen werde, sollten sich die Vorwürfe tatsächlich erhärten, so Manhart weiter. Das sei jedoch kein vorzeitiges Schuldeingeständnis.


16.10.2007 : aus U-Haft entlassen

Ex-Stadtamtsdirektor aus U-Haft entlassen

Der Ex-Stadtamtsdirektor von Hohenems, Gerhard Huber, ist am Montag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Er wird verdächtigt, mindestens 800.000 Euro veruntreut zu haben.

Bedingung: Innerhalb des Landes bleiben

Der ehemalige Stadtamsdirektor von Hohenems saß seit Mitte September in Untersuchungshaft. Huber wird vorgeworfen, mindestens 800.000 Euro einer finnischen Versicherung auf sein eigenes Konto umgebucht zu haben. Er hatte Zugriff auf das Treuhandkonto der Versicherung.

Am Montag wurde Huber nun aus der Untersuchungshaft entlassen. Allerdings musste er den Behörden zusichern, sich vorläufig nur innerhalb des Landes zu bewegen.

Verdunkelungsgefahr ausgeschlossen

Sein Verteidiger Dieter Klien sagte gegenüber Radio Vorarlberg, die Haftgründe lägen nun nicht mehr vor. Die Gefahr, eine weitere Straftat zu begehen, besteht laut Klien nicht mehr, da die Konten gesperrt wurden. Eine Verdunkelungsgefahr wiederum hat der Haftrichter ausgeschlossen. Denn mittlerweile wurde auch der Versicherungsmakler, ein in Finnland lebender Schwede, einvernommen.

Anwalt Klien geht davon aus, das auch noch der mutmaßliche Mittelsmann in Deutschland befragt wird. Daher sei noch unklar, wann das Verfahren gegen Huber eröffnet werde, so Klien.

8.6.2010 Prozess vertagt

aus [orf.at]


Prozess gegen Ex-Anwalt Huber vertagt

Am Montagvormittag musste sich der Ex-Anwalt Gerhard Huber wegen Untreue in Höhe von knapp 740.000 Euro vor Gericht verantworten. Der Prozess wurde vertragt. Das Gericht versucht, einen Zeugen, der in Deutschland in Haft sitzt, zu laden.

Ermittlungen bis nach Frankreich und Finnland

Aufgeflogen war der Fall des ehemaligen Rechtsanwaltes bereits im September 2007. Doch die Ermittlungen waren aufwändig und führten bis nach Frankreich und Finnland.

Huber wird vorgeworfen, als Treuhänder rund 740.000 Euro einer finnischen Versicherung verabredungswidrig für sich und für andere verwendet zu haben. Er sollte im Auftrag der Versicherung spezielle Wertpapiere kaufen.

Abwickeln sollte Huber die Geschäfte über einen französischen Geschäftsmann, der als Mittelsmann der Versicherung fungierte. Alles sollte innerhalb weniger Wochen geschehen.

Huber: Alles war abgesprochen

Der ehemalige Rechtsanwalt bekannte sich zu Prozessbeginn nicht schuldig. Er sei von dem französischen Mittelsmann hinters Licht geführt worden. Er habe sich aufgrund großer Geldprobleme auf das Geschäft eingelassen. Huber spricht von Schulden bei einer Bank in Höhe von 400.000 Euro und beim Finanzamt.

Nach eigenen Angaben hat Huber das Geld der Versicherung zum Teil für sich verwendet. So lieh er einem Freund 120.000 Euro und der Frau des Franzosen wurde ein Auto gekauft. All das sei aber mit dem französischen Mittelsmann abgesprochen gewesen, so Huber.

Er habe immer mit offenen Karten gespielt. Alle Geldflüsse seien nachvollziehbar und er darum unschuldig. Dass das Geld von der Versicherung illegal abgezweigt wurde, habe er nicht gewusst, verteidigt sich Huber. Er habe immer vorgehabt, das Geschäft umzusetzen und das Geld zurückzuzahlen.

Französischer Mittelsmann sitzt in Haft

Der Prozess wurde vertagt. Das Gericht versucht, den Franzosen, der derzeit in Deutschland in Haft sitzt, als Zeugen zu laden.

Bemerkenswert ist für Hubers Anwalt, Dieter Klien, dass die finnische Versicherung bis jetzt keine Schadenswiedergutmachung gefordert hat.


21.6.2010: 4 Jahre Haft für Huber - nicht rechtskräftig

aus [1]

Ex-Anwalt Huber zu vier Jahren Haft verurteilt

Ex-Rechtsanwalt Gerhard Huber ist vor dem Landesgericht wegen Untreue zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er soll Geld einer Versicherung aus Finnland verabredungswidrig verwendet haben. 745.000 Euro muss er der Versicherung zurückzahlen.

Die Vorwürfe gegen Huber

Huber wurde vorgeworfen, als Treuhänder rund 740.000 Euro einer finnischen Versicherung verabredungswidrig für sich und für andere verwendet zu haben. Der 50-Jährige soll sich von beabsichtigten Wertpapiergeschäften dermaßen lukrative Gewinne erhofft haben, dass es kein Problem sein sollte, die entnommene Summe zurückzuzahlen.

Der Erfolg beim Wertpapiergeschäft blieb jedoch aus, womit die missbräuchliche Verwendung der übernommenen Gelder aufflog.

Abwickeln sollte Huber die Geschäfte über einen französischen Geschäftsmann, der als Mittelsmann der Versicherung fungierte. Alles sollte innerhalb weniger Wochen geschehen.

Der ehemalige Rechtsanwalt bekannte sich zu Prozessbeginn nicht schuldig. Er sei von dem französischen Mittelsmann hinters Licht geführt worden. Er habe sich aufgrund großer Geldprobleme auf das Geschäft eingelassen. Die Kanzlei des damaligen Rechtsanwaltes lief seit längerer Zeit schlecht. Huber spricht von Schulden bei einer Bank in Höhe von 400.000 Euro und beim Finanzamt.

Die Verteidigung hat Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil eingelegt. Es ist damit nicht rechtskräftig.

Unbescholtenheit strafmildernd

Der Strafrahmen liegt bei bis zu zehn Jahren Haft, Huber wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Mildernd wirkten die Unbescholtenheit, die damalige Notlage und das Geständnis hinsichtlich der Tatsache, Gelder für sich verwendet zu haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Gericht glaubte französischem Zeugen nicht

Vor Gericht wurde Huber von einem französischen Mittelsmann eher entlastet. Er habe Huber zugesagt, dass das Geld der finnischen Versicherung zur freien Verfügung sei, so der Franzose. Auch sei Huber nicht bei der Vertragserstellung dabei gewesen, sondern habe den Vertrag nur unterzeichnet.

Auch nach der Aussage eines Vertreters der finnischen Versicherung sah es zunächst so aus, als habe ein schwedischer Mitarbeiter die Hauptlast zu tragen. Der Schwede steht demnächst in Finnland vor Gericht.

Allerdings schenkte das Gericht dem Zeugen aus Frankeich keinen Glauben. Man dürfe nicht vergessen, dass dieser in Deutschland wegen Betruges in Haft sitze, so Richter Mück.

"Sie wussten als Jurist genau was los war"

Huber selbst brach vor Gericht in Tränen aus und erinnerte an den ersten Prozesstermin, wo der Richter ihn zu einem Geständnis habe bringen wollen. "Ich hätte lügen müssen", so Huber. Er verwies darauf, dass er nun alles verloren hat - seine Arbeit und seinen Wohnsitz, den er wegen des öffentlichen Drucks verlegt hat.

Der Richter Peter Mück setzte dem Angeklagten dagegen:"Sie wussten als Jurist genau was los war." Vier Jahre seien eine milde Strafe, so der Vorsitzende des Schöffensenates.

"Von Illegalität nichts gewusst"

Beim Prozessbeginn vor gut einem Jahr sagte Huber, dass alle Geldflüsse nachvollziehbar seien. Er habe nicht gewußt, dass ein Mittelsmann das Geld der Versicherung illegal abgezweigt habe. Der Prozess wurde damals vertagt. Das Gericht versuchte, einen Zeugen, der in Deutschland in Haft sitzt, zu laden.

16.11.2011 - Urteil gegen Huber durch OGH ersatzlos behoben

Mit Urteil vom 21.09.2011 hat der Oberste Gerichtshof das durch Richter Mück verfasste erstinstanzliche Urteil aufgehoben und die Strafsache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht verwiesen.

Aufgrund schwerwiegender formeller Mängel wurde das angefochtene Urteil bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort aufgehoben. Im wesentlichen hatte der Erstrichter seine Entscheidung auf Beweise gestützt, die in der Verhandlung nicht behandelt worden waren.

Huber weist daher nach wie vor einen Strafregisterauszug ohne jede Verurteilung auf. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Seit seiner Verhaftung sind nunmehr bereits 4,5 Jahre vergangen ohne dass es zu einer rechtskräftigen Verurteilung gekommen ist.


Zur Person

Huber ist Rechtsanwalt in Hohenems, Teilhaber in mehreren Beteiligungs-Gesellschaften und im Immobilien-Geschäft tätig. Er war von 1986 bis 1997 Hohenemser Stadtamtsdirektor und erhielt damals eine Abfertigung von zwei Millionen Schilling.

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