Justizbeamter schlaegt Jugendlichen

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25.02.2011


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Beamter schlug Häftling: Entschädigung

Auf dem Weg der Diversion ist am Freitag im Straflandesgericht ein Fall rund um die Misshandlung eines 15-jährigen Häftlings durch einen Justizwachebeamten geregelt worden. Der Jugendliche erhielt eine Entschädigung.

300 Euro Entschädigung und Handschlag.


Angeklagter entschuldigte sich bei Opfer

"Mir ist die Hand ausgerutscht, ich sag's mal ganz unverblümt. Ich hab' mich provozieren lassen", sagte der Beamte vor Gericht aus. Es sei normal nicht seine Art, vielleicht habe er einen schlechten Tag erwischt, fügte der 30-Jährige hinzu, der seit acht Jahren im Gefangenenhaus des Landesgerichts arbeitet.

Als das heute 16-Jährige Opfer den Verhandlungssaal betrat, informierte es die Richterin, dass sich der Angeklagte schuldig bekenne. Verteidiger Werner Tomanek übergab dem Jugendlichen 300 Euro an Wiedergutmachung. Der Justizwachebeamte schüttelte ihm die Hand und entschuldigte sich. Beamter gilt weiter als unbescholten.


1.500 Euro auf Konto der Justiz

Geständnis, die bisherige Unbescholtenheit und die Bereitschaft zur Wiedergutmachung bewogen das Gericht dazu, die Causa per Diversion zu erledigen.

Der Beamte erklärte sich bereit, 1.500 Euro auf ein Konto der Justiz einzuzahlen. Im Gegenzug wird die Anzeige zurückgelegt. Der 30-Jährige gilt weiter als unbescholten. Berufliche Konsequenzen dürften für den Beamten ausbleiben.


Zweiter Beamter soll Bitte um Hilfe ignoriert haben.

Angeblich mehrere Schläge

Der Jugendliche wurde nicht mehr einvernommen. Nach der Verhandlung erzählte er vor dem Gerichtssaal, was sich am 7. Mai 2010 aus seiner Sicht in einer Zelle des Jugendtrakts der Justizanstalt Josefstadt zugetragen hatte.

Bei der Inspektion der Zelle soll der Beamte dem Jugendlichen nicht geglaubt haben, dass Hausarbeiter Fenster und Gitterstäbe in der Zelle in Mitleidenschaft gezogen hatten. Es seien eine Ohrfeige und ein Faustschlag ins Gesicht gefolgt, später dann noch mehrere Schläge. Ein zweiter Beamter habe die Bitte um Hilfe ignoriert.

Dem Anwalt des Jugendlichen war wenig später eine mehrere Zentimeter lange Schürfwunde an der Schläfe seines Klienten aufgefallen. Erst auf Befragen seines Anwalts rückte der Jugendliche mit der Geschichte heraus. Der Anwalt erstattete Anzeige.


Der Jugendliche berichtet von mehrfachen Schlägen:

„Er hat mir zunächst eine Ohrfeige gegeben und dann mit der Faust ins Gesicht geschlagen“, schilderte der Bursche. Er sei zu Boden gegangen, habe dann versucht, dem Wachmann „aus dem Weg zu laufen“. Zwei Mithäftlinge, die dem Verfolger im Weg standen, wurden von diesem ebenfalls geohrfeigt, aber nicht verletzt, was der 30-Jährige in seiner Einvernahme auch zugegeben hatte.

Auf den 16-Jährigen soll er dann noch mehrere Male eingeschlagen haben, behauptete dieser.

Ein zweiter Beamter habe untätig zugesehen und seine Bitten, er möge ihm doch helfen, ignoriert, berichtete der Jugendliche.

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