Polizei gegen Tierschutz

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OTS0014 5 II 0928 VGT0001 CI

Wer sich für Gesundheit, Tierschutz und Umwelt einsetzt, lebt gefährlich in Österreich

Fr, 23.Mai 2008

Exekutive/Umwelt/Tiere/Sicherheit/Recht/Kriminalität

Unfassbare Polizei-Attacke gegen den Tierschutz


Utl.: Die "unbequeme" Tierschutzbewegung soll mit unlauteren Methoden zerschlagen werden. =


Wien (OTS) - Am 21. Mai kam es zu insgesamt 24 Hausdurchsuchungen und einer noch größeren Zahl von Einvernahmen. Insgesamt sind Personen von 7 Tierschutzvereinen betroffen. Die Polizei begründete diese Aktion mit dem Verdacht auf die Bildung einer kriminellen Verbindung. Konkrete Vorwürfe spezifischer Straftaten zu einzelnen Personen wurden keine vorgebracht.


Inhaltsverzeichnis

Welche Personen sind in dem Fall involviert?

Folgende Personen haben mit diesem Fall zu tun:

Liste der Personen

jahrelange Ermittlungen

Wie jetzt bekannt wurde, hat die Polizei schon jahrelang gegen die TierschützerInnen ermittelt. "Als sich aber herauskristallisierte, dass die Polizei trotz Beschattung und Lauschangriff mit legalen Mitteln nichts gegen den völlig gesetzeskonform operierenden VGT unternehmen kann, machen sie es jetzt auf die schmutzige Tour", meint Harald Balluch, Geschäftsführer des Verein Gegen Tierfabriken. "Der Tierschutz soll kriminalisiert und das Image der Tierschutzvereine soll nachhaltig beschädigt werden. Dabei ist sind die Vorwürfe absolut aus der Luft gegriffen. Der VGT lehnt kriminelle Handlungen und Gewalt ab und distanziert sich ausdrücklich von allen gegenständlichen Straftaten."


Existenzgrundlage genommen

"Diese Aktion ist ein unglaublicher Willkürakt und ist darauf ausgelegt bestimmte Vereine mit unlauteren Mitteln auszulöschen"sagt Harald Balluch. "Uns und 4 weiteren Tierschutzvereinen hat die Polizei die komplette Arbeits- und Existenzgrundlage genommen: Sie entwendeten uns die gesamte Spenderdatei, wir haben also keine Möglichkeit mehr unsere Mitglieder zu kontaktieren. Die Polizei hat weiters alle Computer mitgenommen und den Angestellten die Handys entwendet. Unsere Infrastruktur ist damit vollkommen lahm gelegt. Gestern war selbst unsere Festnetzleitung gestört. Wir waren für die Medien damit unerreichbar. Zufall?"

Auch unser gesamtes Foto- und Filmmaterial wurde uns genommen, das in 15-jähriger Aufbauarbeit zusammengesammelt wurde und das die Zustände in Österreichs Tierfabriken dokumentiert. Unsere Tierschutzarbeit ist zerstört - wir sind an den Anfang zurückgeworfen.


Verein durch polizeilichen Willkürakt praktisch zerstört

Alle Versuche die Exekutive dazu zu bewegen uns wenigstens Kopien der wichtigsten Daten zu überlassen, wurden abgeschmettert. Vielmehr wurde in Aussicht gestellt, dass nicht damit zu rechnen ist, dass mit der Datensichtung innerhalb des nächsten Jahres begonnen werden kann, weil die betreffende Abteilung derartig überlastet sei!!! Der Verein ist nach dieser Aktion durch einen polizeilichen Willkürakt praktisch zerstört. Und das ohne dass irgendwelche Fakten gegen den Verein vorliegen würden.

Dafür durften sich MitarbeiterInnen süffisante Bemerkungen anhören. Beispielsweise, dass sie sich jetzt einen anderen Job suchen müssten, weil der Verein jetzt ohnehin am Boden ist oder die Frage warum wir denn die Daten haben wollen, wo wir doch ohnehin keine Computer mehr hätten.

Thomas Putzgruber vom Verein RespekTiere dazu: Nahezu unglaubliche, schockierende Szenen spielten sich am Mittwoch frühmorgens vor der RespekTiere-Zentrale in Salzburg/Bergheim ab.

Bewaffnete Beamte

Mindestens ein Dutzend Beamte von Wega und Polizei stürmten noch vor 6 Uhr morgens unsere Wohnstätte, durchwühlten in einer achtstündigen (!!!) Aktion jede Ecke und jeden Winkel, beschlagnahmten sämtliche Computer, Fotoapparate, Fotos, Cd's, Videos, Speichermedien, kurzum: den gesamten Verein RespekTiere! Bewaffnete Beamte verschleppten die harte Arbeit von fast einem Jahrzehnt ins Nirgendwo der Polizeiarchive!

Ein Einsatz wie dieser, zugegeben, der lässt uns kurz straucheln, erschwert unseren Weg, aber letztendlich beweist er die Ohnmacht der Mächtigen und die Wichtigkeit unserer Arbeit für die Tiere. Ein Einsatz wie dieser, der lässt uns stolzen Herzens erkennen, wir sind ein Teil einer Bewegung, welche letztendlich durch ihre Friedlichkeit, nur anhand ihrer Ideale, diese unsere einzige Welt zu verändern imstande sein wird, im Bestreben, den Allerschwächsten der Gesellschaft endlich nicht mehr zu entziehenden Rechte zuzugestehen!


Arbeit geht weiter - gezielter und erfolgreicher als jemals zuvor

Wir werden unsere Arbeit nach einem kurzen Luftschnappen fortführen, keine Frage, ehrgeiziger, gezielter und erfolgreicher als jemals zuvor!

Der steirische Tierschutzverein Tier-Wege wurde ebenfalls von der Polizei gestürmt. Nikolaus Kubista, Obmann des Vereins kommentiert:

Es ist einfach unfassbar. Ich als unschuldiger Tierschützer wurde behandelt wie ein Schwerverbrecher. Ich bin entsetzt über das willkürliche Vorgehen der Behörden, welches nur als Skandal bezeichnet werden kann.

Ähnlich erging es der Veganen Gesellschaft Österreichs (VGÖ). Die VGÖ bietet Serviceleistungen für vegan lebende Menschen und alle die es werden wollen. Paula Stibbe von der VGÖ: "Ich bin schockiert darüber, dass sogar wir als reines Informationscenter derart kriminalisiert werden. Alle Computer samt Datenbank wurden konfisziert, unsere Arbeit wurde damit gezwungenermaßen zum Stillstand gebracht. Trotzdem werden wir alles in unserer Macht stehende tun, damit auch dieses Jahr die Veganen Sommerfeste stattfinden können. Das wir betroffen wurden, zeigt deutlich, wie willkürlich die Behörden reagieren."

Der frühe Morgen des 21. Mai 2008, 6:00 Uhr. "Plötzlich machte es einen enormen Knall der mich aus dem Schlaf aufschrecken ließ", schildert Harald Balluch, Geschäftsführer des Verein Gegen Tierfabriken. "Unmittelbar darauf ein zweiter dumpfer Schlag und eine Gruppe von Personen mit Masken in Kampfmontur stürmten ins Schlafzimmer und bedrohten mich und meine Freundin mit der Waffe im Anschlag. Sie schrieen auf mich ein. Unsere durch den Überfall verstörten Hunde wurden brutal gepackt und mit Fangschlingen fixiert und hinausgezerrt. Es war entsetzlich."

Tierschutz ist einflussreichen Personen ein Dorn im Auge

Die Tierschutzbewegung ist vielen einflussreichen Personen ein Dorn im Auge: Das Verbot von Legebatterien und das Käfigverbot für Kaninchen, bewiesen die Durchsetzungskraft der TierschützerInnen, denen es gelungen ist, die Bevölkerung zu überzeugen. Permanente Aufdeckungsarbeit beispielsweise über die Zustände in der Schweineproduktion, machen weiter öffentlichen Druck auf die Landwirtschaft und die Angst vor gesetzlichen Verbesserungen ist unter den LobbyistInnen allgegenwärtig.


Netzwerk bis in höchste Kreise

Auch die bisher jahrelang unkritisierte Jägerschaft, steht nun immer öfter mit negativen Schlagzeilen über Tierquälereien, wie z.B. mit den für Jagd gezüchteten Tieren (Fasane, Enten, Hasen, Hirsche, etc), im Licht der Öffentlichkeit. Die Jägerschaft bildet bekanntermaßen ein Netzwerk bis in höchste Kreise. Auch die Pharmakonzerne fürchten sich vor strengeren Bestimmung im Tierversuchsbereich und natürlich auch die Pelzindustrie.

"Gerade in den letzten Jahren war die Tierschutzbewegung sehr erfolgreich und hat stark an gesellschaftlicher und politischer Bedeutung gewonnen. Jetzt soll sie gestoppt werden. Ich finde es skandalös, dass hier die Staatsgewalt für politische Interessen missbraucht wird", sagt Harald Balluch.


Rückfragehinweis:

  Harald Balluch, 01/9291498-0
  Mag Christine Braun, 0676/4334073
      • OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0014 2008-05-23/08:42

230842 Mai 08


23.5.2008 : VGT-Obmann tritt in Hungerstreik

 Wien, 23. Mai 2008
 VGT-Obmann tritt in Hungerstreik
 48 Stunden Haft: keine konkreten Anschuldigungen


Wien (OTS) - Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, dass der Schlag gegen die TierschützerInnen ein Schuss ins Blaue war. Offenbar hatten sich die Beamten erhofft bei den Durchsuchungen etwas zu finden, dass sie den Beschuldigten vorwerfen könnten, um so ihre eigene scharfe Vorgehensweise nachträglich rechtfertigen zu können. Den festgenommenen Personen wurden nach wie vor keine konkreten Anschuldigungen vorgelegt. Zusätzliche Schikanen

VGT-Obmann DDr. Martin wird das Gespräch mit seinem Rechtsanwalt verweigert. Außerdem wurde ihm nach wie vor keine konkreten Tathandlung vorgeworfen. Er befindet sich aus Protest gegen diese Polizeiwillkür seit gestern im Hungerstreik. Laufende Solidaritätskundgebungen

In Österreich und Deutschland finden sich in vielen Städten hunderte Menschen zu spontanen Solidaritätskundgebungen zusammen. In Deutschland ziehen demonstrierende Menschen zu den österreichischen Botschaften und protestieren gegen die Repression und Polizeiwillkür in Österreich. In Wien und Wiener Neustadt finden Solidaritätskundgebungen und Mahnwachen statt.

Unterstützungserklärungen und Hilfeangebote kommen aus vielen Ländern und die Empörung über die Vorgehensweise der österreichischen Behörden wächst.


27.5.2008 : VGT-Obmann DDr. Balluch: Statement zum Hungerstreik

Wr. Neustadt, 27.5.2008

Ich habe seit Dienstag, 20. Mai 2008, also seit 7 Tagen nichts mehr gegessen. Ich befinde mich in Wr. Neustadt in Untersuchungshaft im Hungerstreik.

Am Mittwoch in der Früh, noch im Dunkeln, schlug eine Gruppe schwarz maskierter Männer meine Wohnungstür ein, hielt mir im Bett die Pistole an den Kopf und zwang mich nackt aufzustehen. Mein Bruder im Nebenzimmer wurde mit erhobenen Händen an die Wand gestellt und bekam die Pistole ins Genick. Anschließend durchwühlte die Polizei meine Wohnung, stellte alles auf den Kopf und verließ sie erst nach 6 Stunden mit meinen Computern, mit Büchern, Schriften und Videokassetten. Ich sitze seitdem in einer Zelle.

Da ich bis jetzt nicht konkret informiert wurde, was eigentlich gegen mich vorliegt, trat ich in Hungerstreik. Nach so vielen Tagen ohne Essen fühle ich mich schon sehr schwach. Wenn ich mich schnell bewege, dann dreht sich alles. Aber ich vertraue noch immer auf den Rechtsstaat, dass man bei uns in Österreich nicht derartig behandelt werden kann, ohne gute Begründung. Und deshalb werde ich weiter im Hungerstreik bleiben, bis mir entweder eine Begründung genannt wurde oder ich freigelassen werde.

Mein Rechtsanwalt hat mir den gegen mich vorliegenden Akt übergeben. Er ist sehr umfangreich, liefert aber keine Begründung für meine Behandlung. In 1500 Seiten wird mein Name nur 3x erwähnt: einmal wegen eines Interviews, das ich einer amerikanischen Tierschutzzeitschrift gegeben habe, einmal wegen eines Artikels mit mir in der Zeitschrift "Wiener"; und zuletzt wegen einer Radiosendung mit mir in Radio Orange. Es kann ja wohl nicht ernsthaft wahr sein, dass ich wegen meiner Medienarbeit derartig misshandelt und in U-Haft gehalten werde.

Der 1500 Seiten starke Akt besteht in erster Linie aus polizeilichen Ermittlungsberichten von insgesamt 27 Tierschutzaktionen in den letzten Jahren. Darunter fallen Aktionen wie "Stalking einer Angestellten eines pelzführenden Geschäftes" über "Aufhängen eines Anti-Pelz Plakates auf der Westautobahn" und 2x "Verteilen von Papierschnipseln in Geschäftsräumen pelzführender Geschäfte" bis zum Beschädigen von Autos, Einschlagen von Scheiben und Werfen von Stinkbomben. In dem gesamten Akt ist keine Rede von Brandlegung oder Gasangriffen, wie das meines Wissens von der Staatsanwaltschaft gegenüber Medien behauptet wurde. Vielmehr hat der ORF berichtet, gab es im Jahr 2000 eine Brandstiftung mit Tierschutzzusammenhang, seitdem nicht mehr.

Alle polizeilichen Ermittlungsberichte zu den 27 Vorfällen enden mit der Feststellung, dass die Täter unbekannt sind.

Dennoch wurden am besagten Mittwoch neben meiner Wohnung noch 23 weitere Wohnungen und Büroräume von TierschützerInnen und insgesamt 4 Tierschutzvereinen durchwühlt. 10 Personen wurden festgenommen. Laut Akt wurden die polizeilichen Ermittlungen von einer von einem Grünen Gemeinderat organisierten Kundgebung gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung im Jahr 2006 ausgelöst. Da am selben Ort auch ein Anti-Nazi Graffiti gefunden worden war, gab es bei besagtem Grünen eine Hausdurchsuchung - natürlich ohne Ergebnis. Dieses Graffiti wurde aber von der Polizei auch mit dem Zerschneiden von Werbeplakaten einer Reptilienschau in Vösendorf in Zusammenhang gebracht, und seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaf Wr. Neustadt im Tierschutzmilieu - mit dem bekannten Ergebnis.

Spätestens seit dem Jahr 2004, in dem es dem VGT gelang, gegen den Willen der Tierindustrie ein Legebatterieverbot durchzusetzen, ist eine politisch motivierte Kampagne gegen unseren Verein zu spüren. Diese Kampagne gipfelt jetzt offenbar in dieser Aktion. Das Vereinsbüro wurde all seiner Computer und Aktenordner beraubt - offenbar für Monate oder Jahre - und ist dadurch für lange Zeit politisch handlungsunfähig. Ebenso wurden Wohnungen des VGT -Kassiers und zweier VGT KamapgnenleiterInnen durchsucht und ihrer Computer beraubt, genauso wie das Materiallager des VGT. Außer mir sind aber keine VGT-MitarbeiterInnen in Haft.

Um zu kaschieren, dass diese Aktion ohne jedes konkrete Verdachtsmoment für eine strafbare Handlung - und ohne Ergebnis nach den Hausdurchsuchungen - durchgeführt worden ist, hält sich das Innenministerium jetzt bedeckt, verbreitet Gerüchte von Brandstiftung und hält mich weiter in U-Haft, als ob ein Haftgrund vorläge. Da dieser aber nicht vorliegt, und um den ganzen Skandal dieses Polizeiterrors publik zu machen, musste ich in den unbefristeten Hungerstreik treten, und damit meine eigene Gesundheit und mein Leben akut gefährden. Ich rufe alle Bürger und Bürgerinnen in unserem Land, denen die Menschrechte am Herzen liegen, auf, mich zu unterstützen und mein Leben zu retten. Bitte lassen Sie nicht zu, dass die Verfassung und unsere Grundrechte derartig mit Füßen getreten werden.

DDr. Martin Balluch Obmann des VGT aus der Gefängniszelle


29.5.2008 Presse berichtet über Vorwürfe der Tierquälerei gegen Bruder von "Promitierschützerin" Entenfellner

Uns wurde folgender Zeitungsbericht, vermutlich aus April 2008, Zeitung unbekannt, übermittelt, mit dem Hinweis, dass diese Polizeiattacken vielleicht damit im Zusammenhang stehen könnten. Berichtet wird, dass gegen den Bruder der bekannten "Promitierschützerin" Entenfellner der Verdacht auf Tierquälerei besteht.

lesen Sie selbst:

Entenfellner tierqual.jpg




hier noch zwei erschreckende videos

April 2008:

Horror-schweinefabrik des Tierarztes Ferdinand Entenfellner (Bruder der "Tierschutz-Kolumnistin" der Kronenzeitung, wohl ein Grund dafür, warum in dieser Zeitung nie etwas über die tierquälerische Massentierhaltung in Österreich zu lesen ist und Berichte konsequenter Tierschützer seit Jahrzehnten boykottiert werden...)


und hier Aufnahmen Ende November 2009


unveränderte tierquälerische Schweinehaltung des Ferdinand Entenfellner - trotz Anzeige bereits April 2008

Interview mit Rudolf Gollia

Oberst Rudolf Gollia, Pressesprecher des Innenministeriums, sprach mit Gerd Maier (oekonews) über das Eindringen der vermummten Spezialeinheit WEGA in die Wohnungen von Tierschützern


Interview auf oekonews

Interview mit Rudolf Gollia, Pressesprecher des Innenministeriums

oder hier als Text

Interview mit Johann Fuchs

Ein Versuch eines Interviews zur Tierschutz-Razzia mit der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt , das nur magere Ergebnisse brachte

Gerd Maier (oekonews) versuchte weitgehend vergeblich, mit Johann Fuchs, dem stv. Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, über konkrete Vorwürfe gegen die inhaftierten Tierschützer, über die Amtshandlung der Spezialeinheit WEGA, über Ermittlungspannen und über das Phantom ALF zu sprechen

Interview auf oekonews

Interview mit Johann Fuchs, stv. Sprecher der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt

oder hier als Text


14.Juli 2008: Anzeige gegen die Ermittler wird vorbereitet

Systematische illegale Überwachung der TierschützerInnen Pressekonferenz der Grünen: Anzeige gegen die Ermittler wird vorbereitet

Im Fall der inhaftierten TierschützerInnen bereitet der Sicherheitssprecher der Grünen, Peter Pilz, Sachverhaltsdarstellungen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung oder des Amtsmissbrauchs gegen die ermittelnden Organe vor. ….(..).. Eine Reihe illegaler Überwachungsmaßnahmen hätte auch entlastende Hinweise für die zehn in Untersuchungshaft sitzenden TierschützerInnen zutage befördert - diese seien unterschlagen worden.

….... In keinem einzigen Fall lag ein konkreter Tatverdacht vor; eine notwendige, ausreichende gesetzliche Begründung zur Rechtfertigung dieser Maßnahmen war somit nicht gegeben. Trotzdem wurden sämtliche beantragten Überwachungen vom Richtersenat bzw. Untersuchungsrichter genehmigt.

Unterlagen dazu Unterlagen der Pressekonferenz Peter Pilz


2.9.2008: ENDLICH WIEDER FREI

Am Dienstag, 2.9.2008, wurden die 9 Tierschützer, die seit Ende Mai 08 in U-Haft sassen, enthaftet.

Näheres unter APA :


Tierschützer nach 110 Tagen U-Haft wieder frei

(Wien, APA (Vier Pfoten) )


Tierschützer nach 110 Tagen U-Haft wieder frei

Wien (APA) - Jene neun Tierschützer, die aufgrund ihrer Aktionen gegen einige Bekleidungsfirmen als kriminelle Organisation eingestuft und deswegen Ende Mai in U-Haft genommen wurde, sind am Dienstag enthaftet worden. Die Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien hatte im Zuge der Überprüfung einer Haftbeschwerde die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angewiesen, die Enthaftung derAktivisten zu beantragen.

Der Ermittlungsrichter leistete dem Antrag umgehend Folge, die Tierschützer - vier von ihnen waren in der Justizanstalt Wien-Josefstadt untergebracht, drei in Wiener Neustadt und zwei in Eisenstadt - wurden noch am Dienstagnachmittag auf freien Fuß gesetzt.

Martin Balluch, der Obmann des "Vereins gegen Tierfabriken" und Hauptverdächtiger, zeigte unmittelbar nach seiner Enthaftung vor dem Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus erleichtert. Er kündigte an, seine Tierrechts-Aktivitäten auf jeden Fall fortsetzen zu wollen: "All das, was ich gemacht habe, ist vollkommen legal! Ich habe nichts eingeschlagen, nie etwas beschädigt, zu keinen Verbrechen aufgerufen! Das, was ich gemacht habe, würde ich morgen wieder machen!" Er warf der Polizei vor, bewusst gegen ihn ermittelt und eine Verdachtslage konstruiert zu haben.

Die Oberstaatsanwaltschaft hatte sich für die Enthaftung der Tierschützer ausgesprochen, da diese überwiegend gerichtlich unbescholten sind und eine mehr als drei Monate andauernde U-Haft bei einer Strafdrohung von sechs Monaten bis zu fünf Jahren - das ist der Strafrahmen für die Bildung einer kriminellen Organisation - unangemessen wäre.

Seit Wochen galt die Untersuchungshaft als äußerst umstritten. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" begrüßte in einer ersten Reaktion die Entscheidung der Oberstaatsanwaltschaft, warnte aber vor überstürzter Freude.


6.2.2010 Pressemitteilung APA - Profilredaktion: Hausdurchsuchung bei UVS-Richterin

"profil": Tierschutz-Causa: Hausdurchsuchung bei UVS-Richterin

Utl.: Der Juristin wird Amtsmissbrauch vorgeworfen =

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, kam es kürzlich zu einer Hausdurchsuchung bei einer Richterin des Unabhängigen Verwaltungssenats (UVS) Niederösterreich. Die Juristin hatte 2007 einige Tierschützer nach einer Jagdstörung freigesprochen - die Jäger konnten die Tierschützer nicht identifizieren. Nun wird ihr Amtmissbrauch vorgeworfen: Martin Balluch, Hauptangeklagter im anstehenden Prozess gegen die 13 Tierschützer, die eine "kriminelle Organisation" (Paragraf 278a Strafgesetzbuch; der Prozess startet am 2. März) gebildet haben sollen, habe sie dazu gebracht, im Sinne der Tierschützer zu entscheiden.


Tatsächlich hatte Balluch die Richterin nach dem Urteil in einem Internetforum gelobt, sie später auch telefonisch kontaktiert. Im Herbst 2009 wurde die Richterin mehrmals verhört, im Oktober ersuchten die Ermittler um Zugriff auf die Telefondaten der Juristin. Im Jänner folgte die Hausdurchsuchung. "Das ist alles schon so absurd", meint Martin Balluch gegenüber "profil": "Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass jemand, schon gar nicht eine Richterin, wegen einer Bemerkung in einem Forum derart verfolgt wird." Er habe die Richterin nie gesehen, kenne sie nur aus einer Handvoll der Polizei ohnehin bekannter Telefonate sowie aus Erzählungen. "Sie war mir sympathisch. Das reicht anscheinend schon, um als Beschuldigter geführt zu werden." Auch gegen die ehemalige Bundessprecherin der Grünen, Madeleine Petrovic, war in der Tierschutz-Causa ermittelt worden, ihr Verfahren ist bereits eingestellt.

Wenn es den Verdacht einer strafbaren Handlung gebe, müsse man ihm nachgehen, heißt es aus dem Justizministerium: egal ob Richter oder nicht.

Rückfragehinweis:

  "profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502


Der Prozess

begann am 2.3.2010 unter Richterin Sonja Arleth und Staatsanwalt Wolfgang Handler

Berichte darüber unter

Tierschutzprozess

Tierschutzprozess auf Twitter

Tierschutzprozess auf facebook

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