Saunaaffaere

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Auszug aus Medienberichten


Inhaltsverzeichnis

News Nr 24 Juni 2007

Belastende Aussagen gegen Beamte?

Roland Frühwirth: Ehemaliger Leiter der KD, der vor einigen Monaten wegen diverser Verdachtsmomente suspendiert gewesen war: Frühwirth hatte die sogenannten Sperrlisten erfunden, wodurch diverse Bordelle vor Razzien geschützt waren; er soll von Beamten der Fremdenpolizei bei einem augenscheinlich privaten Besuch in einem der Puffs auf dieser " Sperrliste " gesichtet worden sein, als er mit dem Betreiber dessen Geburtstag mit Sekt feierte. Gerichtsrelevante Beweise für ein korruptes Verhalten konnten nicht festgemacht werden. Er ist heute wieder im Dienst.


News Nr. 25 21 Juni 2007

Ex Goldentime Chef Bogner hat sich nun dem Horngacher Prozess als Privatbeteiligter angeschlossen. Er will von dem General 500.000 Euro.

Auf Roland Horngacher kommen harte Wochen zu. Bereits im August wird ihm im Wiener Landesgericht der Prozess gemacht - wegen zahlreicher schwerer Verfehlungen, die er in seiner Amtszeit als einer der ranghöchsten Polizisten Österreichs begangen haben soll.

Prozess im August. Die Vorwürfe gegen ihn sind ebenfalls massiv: Der im August 2006 suspendierte General steht unter dm dringenden Verdacht des mehrmaligen schweren Amtsmissbrauchs und der Geschenkannahme, auserdem werden ihm unberechtigte Polizeiaktionen gegen ausländische Mitbürger angelastet. Horngacher bestreitet alle diese Taten.

Der General muss sich bei seiner Verhandlung aber nicht nur den weitreichenden Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft stellen, sondern möglicherweise auch einigen von Wolfgang Bogner. Fakt ist nämlich, dass dessen Verteidiger Christian Nurschinger, am 18 Juni 2007 im Namen des Ex-Goldentime Geschäftsführers und Besitzer bei Gericht einen Schriftsatz mit Privatbeteiligtenanschluss an Horngachers Verfahren eingebracht hat. Mit einer Schadenersatzforderung von 500.000 Euro.

Der Hintergrund dazu: In der Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den General ist angeführt, dass dieser im Frühjahr 2006 vertrauliche Details aus dem Akt der Sauna Affäre Medien zugespielt habe. Zu jener Causa, die nicht nur Horngachers größten beruflichen Konkurrenten Dr Ernst Geiger sondern eben auch Wolfgang Bogner beruflich den Kopf gekostet hat.

Öffentlich, so Anwalt Nurschinger, wurde mein Klient des Menschenhandels und sogar der Mitgliedschaft in einer organisierten Verbrecherbande bezichtigt. In Folge verlor Herr Bogner die Geschäftsführung und in weiterer Folge das Lokal Goldentime sowie ein diesem Betrieb angeschlossenes Nobeletablisement in der Wiener Innenstadt.

Fazit: Bewusst wurde Bogners gesellschaftliches Ansehen dermaßen zerstört, dass er gezwungen war seinen Job an den Nagel zu hängen.

Massiver Geschäftsentgang. Mehr noch: Kurz vor den - auch von Roland Horngacher - kolportierten, für den Ex-Goldentime Chef vernichtenden Knalleffekt in der Sauna Affäre habe der Geschäftsmann, laut Nurschinger , bereits die Eröffnung zweier weiterer Clubs - in Tirol und Kärnten geplant gehabt:

Und auch diese Vorhaben wurden durch die Kriminalisierung meines Mandanten zunichte gemacht. Tatsache ist zudem: Zahlreiche Journalisten, Fotografen und Kameraleute waren vor Ort, als am 24 März 2006 im Goldentime eine Großrazzia stattfand. Und selbst die Verhaftung der Crew und Bogner am 11. April 2006 erfolgte im Blitzlichtgewitter. Aber wer hatte die polizeilichen Termine an die Medien weitergegeben????

Verriet Horngacher Razzia Termine??? Laut Erhebungen des BIA könnte Horngacher hierfür verantwortlich gewesen sein. Rufdatenrückverfolgungen haben schliesslich belegt, dass der Polizeigeneral an den betreffenden Tagen - sogar aus dem Urlaub in Frankreich - mit einigen jener Reporter telefoniert hat, die während der Polizeieinsätze vor dem Goldentime anwesend waren. Ein Faktum, resümiert Nurschinger , das ebenfalls in der Anklage verzeichnet sein müsste.

Die hohe Schadenersatzforderung seines Klienten begründet der Anwalt mit massiven finanziellen Einbußen, die Bogner durch die von Horngacher verursachte Eliminierung aus dem Goldentime erlitten habe: Mein Mandant musste sich aus einem erfolgreichen Unternehmen zurückziehen.

Belegt ist zudem: Der Betrieb wurde auch nach seinem Ausscheiden nach demselben Muster wie davor weitergeführt. Und wie toll das von Bogner entwickelte Konzept war und ist, zeigt sich daran, dass der nunmehrige Betreiber des Unternehmens mittlerweile sogar einen Börsengang überlegt.

Bogners Privatbeteiligtenanschluss gegen Horngacher könnte vielleicht schon demnächst weitere rechtliche Schritte gegen die Polizei und Private folgen. Der Ex Goldentime Betreiber überlegt nämlich bereits, eine Amtshaftungsklage gegen die Republik anzustreben. Weiters stehen auf der Liste noch zahlreiche Personen die im Zivilrecht auch noch daran glauben sollten. Roland Horngacher ist nur die Nr1 auf der langen, langen Liste der Gerechtigkeit.


Verhandlung 25.6.2007

[Bericht eines Zuhörers)

Heute um 9.30 im Saal 303 war die letzte Runde im Sauna Prozess am Landesgericht. Es hatte sich der ominöse Chauffeur der die tragende Schlüsselrolle laut Oberst Frühwirth gehabt haben soll und eine Dame zu verantworten, wegen der angeblich dubiosen Künstler Visa für einige Damen des horizontalen Gewerbes.

Die geladenen Zeugen von der BH konnten jedoch die Aussagen der beiden Beschuldigten nur bestätigen und der Rat Mag. Jilke sprach auch die letzten beiden Angeklagten frei, da keinerlei strafrelevantes Verhalten sichtbar war.

Somit sind alle Anschuldigungen die in der Sauna Affäre seitens der KD1 gegen die Goldentime - ALT - Crew konstruiert wurden erloschen. Wie sagt man so schön Hochmut kommt vor dem Fall.


News Nr 30, 26. Juli 2007

Seite 20 Verfasser: Walter Pohl

Horngacher sein Prozess wird zum Showdown und zum Massengrab der Wiener Polizei (KD1) Rot weiss rot, mit Dir bis in den Tot. Wer aller in der Grube mit dem General Horngacher landen wird ist noch nicht ganz sicher, aber die Liste der teilweise hochrangigen Namen ist lang.

Dieser Nächte packen mich immer öfter sogenannte Sommer Alpträume. Unlängst hatte ich einen der so ging: Ein sehr hoher Polizist steht vor Gericht, weil er angeklagt ist, Amtsmissbrauch in verschiedensten Facetten betrieben zu haben. Unerlaubte Geschenkannahme, weitergabe geheimer Daten an Wirtschaftsbosse und Medien, willkürliches Vorgehen gegen Ausländer.

Gemeinsam mit ein paar befreundetet hohen Kollegen hat er sich einen eigenen Machtapparat ( KD1 unter der Leitung von Oberst Roland Frühwirth) aufgebaut, eine Polizei in der Polizei sozusagen. Auf seinem Dienstparkplatz darf ein sehr hoher Staatsanwalt parken, weil der hohe Polizist ohnehin einen Wagen mit Chauffeur hat und deshalb keinen Parkplatz braucht. Ausserdem ist es praktisch: Der hohe Staatsanwalt wohnt privat gleich um die Ecke der Polizeikommandantur. Rein zufällig. Ich grüble: Nennt man so ein Machtkonglomerat anderswo nicht Mafia???

Die Traumsprache war Deutsch, aber wegen der absurden Handlung war ich der festen Überzeugung, in Tadschekistan zu sein.

Leider Fehlanzeige, ich war in der Bundeshauptstadt Wien in Österreich.

Mein Alptraum ist in großen Zügen Realität, ab dem 5 Oktober 2007 wird gegen den suspendierten Polizeigeneral Roland Horngacher prozessiert. Oberstaatsanwalt Friedrich Matousek ist zwar schon in Pension.

Aber viele andere Freunde des Generals gehen nach wie vor Ihren Geschäften nach. Die Frage stellt sich da nur wie lange noch???

Die Verhandlung wird ein hochnotpeinlicher Showdown für das Image der Wiener Polizei.

Übrigens: Der verantwortliche Polizeipräsident , auf dessen Kappe die ganze Chose geht, will bis zur Fußball EM 2008 im Amt bleiben.

Warum eigentlich???

Für seine schwarzen Schafe, die er bis jetzt gedeckt hat und auch nach wievor deckt kommt jede HILFE zu spät. Da hilft auch kein bitten und betteln mehr, auch nicht mit tränen in den Augen. Man sollte halt vorher wissen, was man tun darf und soll, bzw. mit welchen Leuten man sich besser nicht anlegen und mit dem Feuer spielen sollte.

 Wer sich mit Hunden ins Bett legt, wacht am Morgen mit Flöhen auf.


News Nr 30, 26. Juli 2007

Seite 20

Tommy, Aufpasser am Wiener Straßenstrich und News Lesern als Informant in Sachen Polizeiverstrickungen ins Rotlichtmilieu bekannt, erntete dieser Tage einen Freispruch im Wiener Landesgericht.

Die KD1 unter der Leitung von Roland Frühwirth hatte ihn wegen Zuhälterei und Körperverletzung angezeigt, die Indizien gegen ihn reichten nicht aus um ihn zu verurteilen. Sein Anwalt Werner Tomanek: 500 Aktenseiten haben sich quasi in Luft aufgelöst. Und Richter Andreas Böhm meinte im Prozess: Offensichtlich wollte Ihnen die Polizei etwas anhängen.....


NEWS, Ausgabe Nr. 30 26 Juli 2007

Seite 52

Der Polizeiskandal begann im Sommer 2005. Damals berichtete eine Nobelprostituierte in NEWS über ihren angeblich spendablen Kunden Roland Horngacher. Der Ruf des Generals war damit angekratzt, was für ihn umso angenehmer war, als er und Ernst Geiger doch die chancenreichsten Kandidaten für den Posten des nächsten Polizeipräsidenten galten. Anfang 2006 wurde dann von Horngachers Gefolgsleuten zur Sauna Affäre ermittelt, im Zuge deren Geigers Suspendierung erfolgte. Im Sommer 2006 stolperte Horngacher über den Bawag Skandal – und wurde seines Dienstes enthoben. Seit Anfang 2007 wurden nach und nach kriminelle Verwicklungen zwischen Rot- und Blaulicht offenkundig. Somit dürften bald die nächsten Suspendierungen in der Wiener Polizei ins Haus stehen.



In NEWS spricht Ex- Kriopchef über Hintergrund zum Polizeikrieg - Auszug

Er hat lange geschwiegen. In NEWS spricht der Ex-Kripochef nun über die Hintergründe des Polizeikriegs. Im Interview sagt Geiger: "Horngacher wollte mich vernichten ..."

NEWS: Herr Dr. Geiger, trotz alledem, was in den vergangenen 16 Monaten in Ihrem Leben geschehen ist, wirken Sie eigentlich ziemlich entspannt ...

Ernst Geiger: Es geht mir auch sehr gut. Wieder. Aber natürlich gab es Wochen und Monate, in denen das nicht so war.

NEWS: Sie meinen die Zeit direkt nach Ihrer Suspendierung ...

Geiger: Als ich am 31. März 2006 vom Dienst enthoben wurde, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Fast dreißig Jahre lang bin ich davor mit Leib und Seele Polizist gewesen. Und mit einem Mal war alles ganz anders, nichts aus der Vergangenheit zählte mehr. Nicht mein Einsatz, nicht meine Erfolge. Plötzlich ist mir unterstellt worden, mit der Unterwelt zu packeln, vielleicht sogar Mitglied einer kriminellen Organisation zu sein.

NEWS: Fakt ist: Sie sind durch Ihre Freundschaft mit Wolfgang Bogner, der Geschäftsführer mehrerer Rotlichtbetriebe war, ins Fadenkreuz Ihrer Kollegen geraten.

Geiger: Und Fakt ist auch: Die einst so hochgespielte "Sauna-Affäre" hat sich längst in heiße Luft aufgelöst. Wolfgang Bogner und alle seine Angestellten, die, wie er, teilweise monatelang ungerechtfertigt in Untersuchungshaft festgehalten wurden - sind mittlerweile bei Gerichtsprozessen rechtskräftig freigesprochen worden und werden nun Haftentschädigungen einklagen.

NEWS: Warum wurde überhaupt so intensiv gegen Bogner - und in der Folge gegen Sie - erhoben?

Geiger: Da spielte anscheinend einiges zusammen: Zum einen soll Bogner diversen Gürtelbossen, die angeblich auch Polizeiinformanten waren, ein "Dorn im Auge" gewesen sein - weil sein Betrieb als unliebsame Konkurrenz galt und er nicht zur Unterweltszene gehörte. Zum anderen interessierten sich einige meiner Kollegen brennend für ihn - wegen seiner langjährigen Freundschaft zu mir. Und dann entstand eben dieser Plan: Bogner zum Mega-Verbrecher zu stilisieren, um damit ihn und mich gleichzeitig zu vernichten.

NEWS: Klingt nach einer Verschwörungstheorie ...

Geiger: Die Ermittlungen zur "Sauna-Affäre" begannen jedenfalls im August 2005 - als die menschlichen und beruflichen Konflikte zwischen Roland Horngacher und mir ihren ersten großen Höhepunkt erreicht hatten.

NEWS: Was war der Grund für diese Konflikte?

Geiger: Es gefiel mir nicht, wie Horngacher mit seinen Untergebenen umging. Immer wieder veranlasste er für mich nicht nachvollziehbare Versetzungen. Weiters beschritt Horngacher, ich sage mal: seltsame Wege in der Verbrechensbekämpfung. Statt durch Hintergrundrecherchen auf die Spur von Tätern und Tätergruppen zu kommen, mussten Kriminalbeamte etwa Straßensperren errichten, um durch Österreich reisende Rumänen zu kontrollieren. Das waren Methoden, die zwar kurzfristig die Festnahmezahlen in die Höhe schnellen ließen, die wirkliche Klärung von Straftaten blieb dabei allerdings aus.

NEWS: Trotz all dieser Auffassungsunterschiede: Hätte es nicht doch irgendwie möglich sein müssen, einen Konsens zu finden?

Geiger: Ich habe Vermittlungsgespräche angestrebt, doch bin dabei immer gescheitert.

NEWS: Die Folge war der Beginn eines Machtkampfs in der Polizei ...

Geiger: Natürlich sind im Zuge unserer Kontroversen Klüfte im ganzen Wiener Polizeiapparat entstanden. Aber Sie können mir glauben, ich war mit dieser Entwicklung alles andere als glücklich. Denn vieles geriet dadurch ja auch zunehmend aus den Fugen ...

NEWS: Was meinen Sie damit konkret?

Geiger: Arbeitsweisen änderten sich, meiner Meinung nach nicht zum Besseren. Plötzlich gab es zum Beispiel umfangreiche "Sperrlisten", durch die Dutzende Rotlichtlokale vor Razzien geschützt waren, weil dort angeblich ohnehin bereits wichtige Erhebungen stattfanden. Plötzlich sind - für mich unverständlicherweise - in Zügen massenhaft Passagiere perlustriert worden. Plötzlich war es möglich, dass zu bestimmten Fällen geheim recherchiert wurde.

NEWS: Haben Sie vor, zur Kripo zurückzukehren?

Geiger: Ich bin in meiner derzeitigen Tätigkeit als Sicherheitsberater für Magna wirklich äußerst zufrieden. Es ist eine wunderbare Herausforderung, mein Wissen in einem globalen Konzern einsetzen zu können.

NEWS: Ihren Polizeiberuf haben Sie immer als "Berufung" bezeichnet ...

Geiger: Natürlich kann ich mit alledem, was viele Jahre hindurch enorm wichtig für mich war, nicht so einfach völlig abschließen. Und ohnehin: Warten wir ab, wie sich Dinge entwickeln - in die Zukunft kann ja bekanntlich niemand schauen.


Flut von Prozessen

Am 28 September 2007 beginnt der Zivilprozess zwischen Hofrat Dr Ernst Geiger gegen Roland Frühwirth ( Noch Chef der KD1 der nix mehr zu sagen hat ) um 8.30 im 13 Bezirk am Bezirksgericht.

Am 5 Oktober 2007 beginnt der Strafprozess gegen Roland Horngacher, welcher auf 5 Tage anberaumt ist, mit einer reihe von hochprominenter Zeugen. Für explosive Hochspannung ist mit sicherheit bei beiden Prozessen zu rechen, da in beiden Prozessen Bogner und Geiger vertreten sein werden.

Übrigens tut sich einiges in der Wiener Polizei!!!!

Letzte Woche (Anm: Mitte August 2007)wurde der stellvertretende Leiter des BIA wegen Korruption, Nähe und Freundalwirtschaft zur KD1 in das Polizeipräsidium nach Baden versetzt. Die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht vorbei.

ORF online vom 23.10.2007


Chefinspektor "angepatzt": 1.200 Euro Strafe:

Weil er dem Gruppenleiter der Kriminaldirektion 1 in Interviews Amtsmissbrauch unterstellt hat, ist am Dienstag ein Mann zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Der "Tommy" genannte Angeklagte unterstellte dem KD1-Chef Bestechlichkeit.

In Interviews Chefinspektor "angeschwärzt"

Ein "Aufpasser" in der Wiener Rotlicht-Szene ist am Dienstagnachmittag im Wiener Straflandesgericht wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt worden. Die Hälfte der Strafe wurde ihm bedingt nachgesehen.

Der 36-Jährige hatte in einer TV-Sendung und in einem Interview mit einer Tageszeitung einen suspendierten Gruppenleiter der Kriminaldirektion 1 (KD1) in die Nähe von amtsmissbräuchlichem Verhalten gerückt.

Unter anderem hatte "Tommy" bzw. "Versace", wie der Mann in der Szene genannt wird, behauptet, der ranghohe Polizist habe für eine Auskunft eine Raymond Weil-Uhr um 1.500 Euro verlangt und die Forderung später auf eine Einladung zu einem Abendessen reduziert. Außerdem habe der Chefinspektor vorab einen Razzia-Termin verraten und Uniformierte von einer Amtshandlung "entfernt", die gegen einen seiner Informanten gerichtet war.


"Tommy" wollte seine Behauptungen beweisen.

Wahrheitsbeweis nicht gelungen

Für sämtliche Behauptungen hatte "Tommy" den Wahrheitsbeweis angeboten, "der aber eindeutig nicht gelungen ist", wie Richterin Karin Burtscher am Ende des Verfahrens feststellte. Kein einziger Zeuge hätte "Tommys" Angaben bestätigt, dieser selbst habe in seiner Einvernahme "unsicher" gewirkt.

Der Chefinspektor pflegte Kontakte zu Rotlichtgrößen.

Richterin: "Problematisches Verhältnis"

Dessen ungeachtet bemerkte die Richterin, der Chefinspektor pflege "ein problematisches Verhältnis zu Kreisen, das mit seiner beruflichen Stellung schwer in Einklang zu bringen ist".

Er war im vergangenen Sommer vom Dienst suspendiert worden, nachdem ein Hochzeits-Video einer Gürtel-Größe aufgetaucht war, auf dem der Polizist in vertrauter Umarmung mit dem Bräutigam zu sehen ist.

Bei diesem handelte es sich ausgerechnet um den Leiter des sogenannten Nokia-Clubs - ein Zusammenschluss mehrerer Rotlicht-Lokale gegen lästige Mitbewerber und mit einem angeblich "guten Draht "zur Polizei.

...


Bogner tot - Mordkommission eingeschaltet

Kurier, 12.2.2008


Hauptfigur der "Sauna-Affäre" ist tot.

Die Polizei untersucht den Tod von Wolfgang Bogner, 44, schillernde Figur der Halbwelt, als ob es (Gift-) Mord gewesen wäre.

Bogner vor seiner Bordell-Sauna in Simmering. Bogner vor seiner Bordell-Sauna in Simmering.

Der auf den ersten Blick natürliche Todesfall gilt bei der Polizei als "top secret". Anfragen werden abgeblockt, als ginge es um eine Staatsaffäre. Was irgendwie auch der Fall ist, heißt der Verstorbene doch Wolfgang Bogner, der als Folge der "Sauna-Affäre" von der Republik kolportierte acht Millionen Euro Schadenersatz fordern wollte.

Montag um 21.38 Uhr wurde die Rettung in die Universitätsstraße 11 gerufen. Bogner, 44, betrieb in dem Haus mit seiner Frau Danijela, 34, seit kurzem einen Frisörsalon und wohnte über dem Geschäft. Bogner soll über Herzbeschwerden geklagt haben und ist zusammen gebrochen. Der Notarzt konnte ihn kurz reanimieren, den übergewichtigen Mann aber nicht retten.

Obduktion

Was zunächst ein "normaler Todesfall in Wohnung" – und damit ein Fall für den Totenbeschauarzt – war, rief tags darauf die Mordkommission auf den Plan. Eine Obduktion wurde angeordnet, wenngleich es keine Hinweise auf Fremdverschulden gäbe. Man wolle verhindern, dass später eine "Vergiftungsgeschichte" die Runde macht, heißt es.

Bogner, Ex-Schwager von Ex-Innenminister Karl Schlögl, hat einst die "Goldentime-FKK-Sauna" in Simmering betrieben. Über die Finanzierung des Etablissements rankten sich Gerüchte bis hin zur kolportierten Verbindung zu einem ebenso riesigen wie prominenten Pleitefall. Und im Firmenbuch fanden sich in der komplizierten Eigentümerstruktur unter anderem auch die klingenden Namen von (früheren) Politikern.

Bogner war 2006 unter anderem Zuhälterei und Menschenhandel vorgeworfen worden. Er wurde, samt einigen angeblichen Komplizen, verhaftet und saß sechs Wochen im Landl in U-Haft – vis a vis des nunmehrigen "Hair Lounge". Dort, so rühmte Bogner sich erst kürzlich im profil, würde er jetzt Richtern und Staatsanwälten die Haare schneiden (lassen).

Sauna-Affäre

Bekannt wurde Bogner vor allem als Auslöser der polizeilichen "Sauna-Affäre": Sein langjähriger damaliger Freund Ernst Geiger, der Wiener Ex-Kripo-Chef, soll ihm eine Sauna-Razzia verraten haben. Deshalb muss sich Geiger, in erster Instanz zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt, ab 10. März wieder vor Gericht verantworten; ohne Bogner als (wichtigen) Zeugen. In seinem eigenen Verfahren ist Bogner von allen Vorwürfen freigesprochen worden.

Bogner sah sich als "Bauernopfer" und seinen Sauna-Betrieb mutwillig zerstört, deshalb die Amtshaftungsklage. Denn Grund für die angeblich inszenierten Sauna-Ermittlungen sei nur gewesen, Ernst Geiger eine Falle zu stellen. Geiger vertritt ebenfalls die "Alles-Intrige-Version". Angezettelt von Geigers Intimfeind, dem früheren Polizeigeneral Roland Horngacher? Der bestreitet das. Als Motiv wird dem Ex-General unterstellt, er hätte Geiger verdächtigt, mit Bogners Hilfe eine Animierdame verleitet zu haben, die ihm, Horngacher, Rotlicht-Kontakte nachgesagt hat.

Vieles offen

In dem Fall bleibt vorerst vieles offen. Auch eine dem KURIER vorliegende Bordell-Rechnung, in der die Namen von zumindest zwei involvierten Personen aufscheinen. Weiters offen bleibt, ob Bogner bei einem neuen Sauna-Projekt in Liesing die Fäden zog. Er hat es zeitlebens bestritten.

Artikel vom 12.02.2008 17:13 | KURIER | Peter Grolig

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