Seltsame Todesfaelle

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Inhaltsverzeichnis


Mai 2012: Häufung mysteriöser Todesfälle im Finanzministerium

Der Bericht "Chronologie einer Entmündigung" und die nachfolgende Strafanzeige enthüllen eine Häufung von seltsamen Todesfällen und die nachfolgende Zwangsentmündigung kritischer Personen.

In diesem Zusammenhang rückt auch der Tod des hohen Beamten im Finanzministerium, Dr. Peter Quantschnigg", wieder ins Zentrum des Interesses. Dieser spielt im Korruptionsskandal um Karl-heinz Grasser eine massgebliche Rolle und unterfertigte bekanntlich u.a. den Mietvertrag beim Linzer "Terminal tower"


7.5.2011: mysteriöser Tod des Missbrauchsopfer : Vertuschungsversuche

siehe dazu auch die Leserkommentare

Bericht orf.at


Spital meldete Todesfall nicht

Ein 17-jähriges Mädchen, das nach einem Missbrauchsverdacht seit September 2010 in der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg gelegen ist, ist in der Nacht auf Freitag bei einer Narkose verstorben. Spitalsbetreiber GESPAG bestätigte der APA einen entsprechenden Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Samstag-Ausgabe). Nach Äußerungen des Mädchens soll es jahrelang von seinen Großeltern sowie Nachbarn (Anm: einem pensionierten Richter und ein ehem. Sachverständiger) sexuell missbraucht worden sein.


Die 17-Jährige sei zur „Ruhigstellung“ narkotisiert worden, so die „OÖN“. Das wollte die GESPAG gegenüber der APA am Samstagvormittag nicht bestätigen. Die Polizei sei erst durch einen externen Hinweis auf den Todesfall aufmerksam gemacht worden.


Polizei verwundert

„Wir verstehen nicht, warum der Fall nicht sofort angezeigt wurde und warum stattdessen eine krankenhausinterne Obduktion durchgeführt wurde“, zitierte das Blatt Kriminalisten.


Vier Verdächtige vier Wochen in U-Haft

Das Mädchen soll - so lautete der Verdacht - jahrelang von vier Beschuldigten aus Graz gequält und sexuell missbraucht worden sein. Das mutmaßliche Opfer hatte sich Anfang September in Linz einer Betreuerin im Spital anvertraut. Daraufhin war Anzeige erstattet worden.

In Medienberichten war von „wiederholten Massenvergewaltigungen“ die Rede. Das Kind soll schon im Vorschulalter von den Verdächtigen „gequält“ worden sein. Vier Verdächtige, es handelte sich um die Grazer Großeltern der Oberösterreicherin und deren zwei Nachbarn, darunter ein pensionierter Richter, wurden daraufhin Mitte September in Untersuchungshaft genommen.

.....ein Gutachten entlastete die Verdächtigen, sodass diese im Oktober 2010 freigelassen wurden. In dem im Februar fertiggestellten Bericht hieß es, „das Mädchen dürfte jedenfalls nicht gelogen haben, .....


Nach Sex-Vorwürfen starb 17-Jährige in Linzer Krankenhaus

OOEN vom 7.5.2011

LINZ. Tragischer Todesfall in der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg: In der Narkose ist in der Nacht auf gestern eine 17-Jährige gestorben. Sie war jenes Mädchen, das behauptet hatte, von einem Ex-Richter missbraucht worden zu sein.


In der Folge begann die Kriminalpolizei zu ermitteln. ...... Rund vier Wochen saßen vier Senioren im Gefängnis, ehe sie enthaftet wurden. Das Strafverfahren gegen sie lief aber weiter. Inzwischen war die forensische Psychiaterin Heidi Kastner mit einer Expertise beauftragt worden, um die Glaubwürdigkeit der Angaben zu beurteilen.


„Phantasien“

Heuer im Februar wurde der Inhalt der Expertise bekannt. Die Expertin stellte fest, dass die Aussagen des Opfers Phantasien („false memory syndrome“) seien. ...... Die Staatsanwaltschaft Wels habe einen Vorhabensbericht an das Justizministerium geschickt, sagen die beiden Strafverteidiger Friedrich Schwarzinger und Wolfgang Moringer. Der Akt sei aber noch nicht wieder retour.


Monatelange Therapien und plötzlicher Narkose-Tod

Therapien im Wagner Jauregg Krankenhaus förderten den angeblichen sexuellen Missbrauch zutage. Am 17. September 2010 kamen vier Personen aus Graz, die beiden Großeltern, ein Ex-Richter und ein Ex-Sachverständiger, in die Untersuchungshaft. Am 13. Oktober wurde das Mädchen von der Justiz befragt. Eine Woche später wurden die vier Beschuldigten enthaftet. Im Februar 2011 stellte eine Gutachterin Adelheid Kastner fest, dass die Anschuldigungen Fantasien sein dürften. Offiziell ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Missbrauchsverdacht gegen Ex-Richter fallengelassen

aus OOEN vom 4.6.2012

LINZ/WELS. Im Fall jener 17-Jährigen, die im September 2010 ihre Grazer Großeltern und deren zwei Nachbarn, darunter ein pensionierter Strafrichter, beschuldigt hatte, sie mehrfach missbraucht zu haben, gibt es neue Entwicklungen.


Nach der Einstellung des Verfahrens gegen die vier Beschuldigten durch die Staatsanwaltschaft Wels im Juli 2011 haben die Eltern des Mädchens einen Antrag auf Fortsetzung der Ermittlungen gestellt.

Diesen Antrag hat ein Drei-Richter-Senat nun abgewiesen. Die Ermittlungen sind damit endgültig eingestellt. „Der Senat hat entschieden, dass die Staatsanwaltschaft ihren Ermessensspielraum nicht überschritten habe und die Einstellung des Verfahrens korrekt sei“, sagt Elfgund Frischenschlager, Anwältin der Eltern des Mädchens. Grundlage für die Verfahrenseinstellung war eine Expertise der forensischen Psychiaterin Adelheid Kastner gewesen. Die Expertin urteilte sinngemäß, das Mädchen hätte die sexuellen Übergriffe nur in ihrer Fantasie wahrgenommen, nicht in der Realität. Für die ehemals Verdächtigen ist nun der Weg frei für Anträge auf Haftentschädigung.

„Ich gehe davon aus, dass wir eine solche beantragen werden“, sagt Wolfgang Moringer, der Anwalt des pensionierten Richters. Die U-Haft wegen Tatbegehungsgefahr sei ohnehin höchst fragwürdig gewesen, sagt Moringer. Denn zum Zeitpunkt der Haft wäre der letzte angebliche Missbrauch schon mehr als drei Jahre zurückgelegen. Wie berichtet starb die 17-Jährige im Mai des Vorjahres in der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg. Sie war wegen ihres schlechten seelischen Zustands in einen Tiefschlaf versetzt worden und nicht mehr aufgewacht.

Tod durch Überdosis?

Die Gerichtsmedizin äußerte den Verdacht, dass die Patientin durch eine Überdosis Narkosemittel ums Leben gekommen sein soll. Spitalsträger gespag lieferte aber ein privates Gutachten, wonach der Tod „schicksalshaft“ eingetreten sei. Die Staatsanwaltschaft Linz ermittelt gegen zwei Spitalsärzte wegen fahrlässiger Tötung. Nun wurde ein Anästhesist mit einer weiteren Expertise beauftragt.

1.10.2010: Tiroler Steuer-Spion in der Schweiz tot in Zelle gefunden

Bericht Krone 1.10.2010

Sensible Daten von 2.000 Kunden einer Schweizer Bank soll ein Tiroler um Millionen an die deutsche Finanz verkauft haben. Jetzt, Wochen nach seiner Verhaftung durch den Geheimdienst, hat man ihn unter mysteriösen Umständen tot in der Gefängniszelle gefunden. Die Familie des 42-Jährigen wusste nicht einmal, dass er festgenommen worden war.


"Mutmaßlicher Spion tot in Zelle entdeckt"

– so eine der vielen Schlagzeilen. Über den Namen des Häftlings, die Todesursache und die genauen Vorwürfe der Schweizer Justiz wird allerdings ein Mantel des Schweigens gebreitet.

Doch wie die "Krone" exklusiv aus Schweizer und deutschen Geheimdienstkreisen erfuhr, handelte es sich bei dem mutmaßlichen Spion um einen Österreicher.

Der gebürtige Tiroler – er lebte seit geraumer Zeit in Winterthur in der Schweiz – soll jener geheime Informant gewesen sein, der die deutschen Finanzbehörde Anfang des Jahres mit einer so genannten Steuer-CD beliefert und damit für große Aufregung gesorgt hat.


Kundendaten für Millionen verkauft

Rund 2.000 sensible Kundendaten einer Schweizer Bank habe der 42-Jährige auf den Datenträger gepresst und für einen Millionenbetrag verkauft. Womit er sich unzählige Steuersünder, aber auch die Schweizer Justiz zum Feind machte. Spionage und Geldwäsche – so die (nicht offiziellen) Vorwürfe.

Vor zwei Wochen schließlich klickten für den Tiroler die Handschellen - Mittwoch früh lag er leblos in der Zelle. "Die Todesumstände sind noch nicht restlos geklärt. Aber wir gehen von Selbstmord aus", so die nüchterne Stellungnahme der zuständigen Behörden.

von Christoph Budin und Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung



Steuer-CD-Affäre: Tiroler starb in Schweizer U- Haft

Bericht TT.at vom 1.10.2010

Fr, 01.10.2010


Bereits am Mittwoch starb ein Österreicher in der Zelle eines Schweizer Gefängnisses. Er soll in die Steuer-CD-Affäre verwickelt sein – und aus Tirol kommen.


In die Steuer-C D-Affäre war offenbar ein 42-jähriger Tiroler verwickelt: Dieser starb nun unter mysteriösen Umständen in der Obhut der Schweizer Justiz.

Wien/Bern - In der Affäre um die aus der Schweiz an Deutschland übermittelten Steuerdaten ist es nun zu einem mysteriösen Todesfall gekommen. Ein 42-jähriger Österreicher ist Mittw och früh nach zweiwöchiger Untersuchungshaft in einem Berner Regionalgefängnis gestorben, wie erst heute, zwei Tage danach, bestätigt wurde.

Gegen den Tiroler war von den Schweizer Behörden wegen Verdachts auf Wirtschaftsspionage im Zuge der Affäre um die Steuer-CD ermittelt worden. Die Umstände seines Todes sind noch nicht geklärt, laut den Schweizer Behörden liegt keine Fremdeinwirkung vor. Österreich wird sich um nähere Informationen zum Todesfall bemühen.

Der Mann war Mittwoch früh um 6.30 Uhr tot in seiner Zelle gefunden worden. Am Donnerstag hatte die Berner Kantonspolizei eine knappe Todesmeldung ohne Hinweise auf die Nationalität des Mannes veröffentlicht. Das Wiener Außenministerium bestätigte am späten Freitagnachmittag gegenüber der APA einen Bericht der „Kronenzeitung“ (Freitagausgabe), wonach der Tote ein Österreicher war.

Die offizielle Bestätigung des Wiener Außenministeriums kam zwei Tage nach dem Tod des Mannes. „Die zuständige Staatsanwaltschaft in der Schweiz hat gegenüber der österreichischen Botschaft in Bern bestätigt, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen österreichischen Staatsbürger handelt und dass sow ohl die Angehörigen und die zuständige Behörde in Österreich von dem Ableben des österreichischen Staatsbürgers in Kenntnis gesetzt wurden“, sagte der Sprecher des österreichischen Außenministeriums, Harald Stranzl.

Der Konsul an der österreichischen Botschaft in Bern war von der Inhaftierung des Österreichers im Berner Regionalgefängnis nicht informiert, wie der Diplomat Freitagnachmittag telefonisch der APA sagte.

Üblicherweise müssen die ausländischen Behörden davon informiert werden, wenn Staatsbürger ihres Landes inhaftiert werden, um sie in Haft betreuen zu können. Der Betroffene kann dieses Angebot aber auch ablehnen. Von der Festnahme des Mannes Mitte September in der Schweiz habe nicht einmal dessen Familie in Tirol gewusst, so die „Krone“.

Österreich wird sich nun - wie in jedem derartigen Fall - bei den Schweizer Behörden um nähere Informationen zu dem Todesfall bemühen. Ob die Informationen aber schon am Wochenende eintreffen ist unklar. Die näheren Umstände des Todesfalls sind unklar. Die Schweizer Behörden gehen davon aus, dass der Tod ohne Fremdeinwirkung eintrat. Eine genaue Klärung der Todesumstände gibt es bisher nicht.


Auch die Staatsanwaltschaft in Feldkirch in Vorarlberg hat gegen den Mann ermittelt. Der Leiter der Staatsanwaltschaft in Feldkirch, Wilfried Siegele, bestätigte gegenüber dem ORF Tirol Ermittlungen gegen den nun Verstorbenen. Eine Voralberger Bank habe eine Meldung wegen des Verdachts der Geldwäsche gemacht. Der Tiroler, ein Oberländer aus dem Bezirk Imst, habe Gelder über ein Konto in Vorarlberg transferiert - wohin, will die Staatsanwaltschaft heute nicht sagen, auch wie viel Geld bewegt wurde, ist noch nicht bekannt. Am 14. September wurde der Tiroler in Bern verhaftet. 14 Tage später wurde er tot in der U-Haft-Zelle aufgefunden. Für die Staatsanwaltschaft in Feldkirch ist das Verfahren mit dem Tod des Tirolers jetzt eingestellt.


Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte wegen Bankdatendiebstahls und deren Verkauf an Deutschland ermittelt. Die CD mit Daten von möglichen deutschen Steuersündern sorgte ab Ende Jänner international für großes Aufsehen und trübte die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland. Zum Schrecken der Schweizer Behörden und der Banken hatte sich Deutschland entschieden, den Datenträger anzukaufen. Der Preis betrug angeblich 2,5 Millionen Euro. Das strenge Schweizer Bankgeheimnis ist vielen Ländern seit langem ein Dorn im Auge: Sie werfen der Schweiz vor, damit Steuerhinterzieher zu schützen. Den betroffenen Staaten entgehen dadurch Milliarden an Steuereinnahmen. Die Wahrung des Bankgeheimnisses gilt in der Schweiz bei Politikern, Behörden und Banken und auch bei der Polizei als hohe politische Priorität.

Schweizer Steuer-CDs: Österreicher war Mittelsmann

Bericht [ORF vom 6.4.2012]

Der umstrittene Ankauf von Daten über deutsche Schwarzgeldkonten in der Schweiz ist laut deutschen Magazinen über Österreich gelaufen. Wie der „Spiegel“ und „Focus“ heute im Voraus unter Verweis auf bisher unveröffentlichte Schweizer Gerichtsakten berichten, soll der österreichische Mittelsmann Aufträge der deutschen Steuerfahnder an einen ehemaligen Mitarbeiter der Bank Credit Suisse (CS) weitergeleitet haben. Die Schweizer Justiz rechtfertige nun den Haftbefehl gegen drei deutsche Steuerfahnder mit fortgesetzter Anstiftung zum Datendiebstahl.

Selbstmord in Haft

Der CS-Mitarbeiter soll nach Überzeugung der Schweizer Ankläger die Schweizer Bank auf Bestellung der deutschen Fahnder ausspioniert haben. Sein österreichischer Mittelsmann habe ihm „Aufträge der deutschen Vermittler“ weitergeleitet, und im Sommer 2008 habe der Banker „die gewünschten Zusatzinformationen retourniert“, heißt es laut „Spiegel“ in der Akte.

Der Österreicher war wie berichtet im September 2010 in der Schweiz festgenommen worden und hatte sich in der Zelle erhängt. Laut Obduktion handelte es sich um Selbstmord. Schon damals war von Medien vermutet worden, der Tiroler sei die Drehscheibe im Millionendeal mit der Steuer-CD gewesen. Als Treuhänder soll der 42-Jährige den Geldaustausch geregelt und sich so ein „kleines Stück“ vom Millionen-Kuchen abgeschnitten haben.

Fiskus zahlte 2,5 Millionen Euro

Der Schweizer habe „in mehreren Tranchen handschriftliche Notizen auf einseitig beschrifteten A-4 Blättern von 1.500 bis 2.500 Bankkundendaten mit Depotwerten von ca. 1,8 bis zwei Milliarden Schweizer Franken“ besorgt. Insgesamt zahlte der deutsche Fiskus 2,5 Millionen Euro an das Duo für die auf einer CD zusammengefassten Unterlagen.

Der Deal fiel auf, als ein Notar aus Goch am Niederrhein im Auftrag der nordrhein-westfälischen Finanzbehörden eine Teilprämie unter dem Hinweis „Erbschaft gemäß Auftragsvereinbarung“ auf ein österreichisches Konto überwies. Die dortige Bank vermutete Geldwäsche und fragte nach, so der „Focus“. Daraufhin musste die Oberfinanzdirektion Rheinland laut „Focus“ einräumen, dass die Summe „der Begleichung einer vertraglichen Verpflichtung des Landes Nordrhein-Westfalen“ diene.

Die Verwertung illegal erworbener Beweise ist in Deutschland in Steuerfällen zulässig, wie das Bundesverfassungsgericht 2010 festgestellt hat. Wer andere zur Spionage anstiftet, muss aber sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland mit Haftstrafen rechnen.

Mai 2009: Linz09-Fluch: Schon zwei Tote

Ist das wirklich nur ein Zufall?

Schon wieder wurde eine Linz09-Projektleiterin tot aufgefunden – Charlotte M. († 38) ist in Wien Opfer eines Verkehrsunfalls geworden. Sie dürfte auf dem Rad vom Auto gerammt worden sein. Zuvor war bereits Barbara Pitschmann († 32) nach tagelanger Vermisstensuche ertrunken aus einem See geborgen worden.


Der Fall gibt der Wiener Polizei Rätsel auf:

Charlotte Martinz-Turek

Eine Passantin fand eine schwer verletzte Radfahrerin nahe der Falcostiege im Wiener Bezirk Margareten, alarmierte Rettung und Polizei. Die Verunfallte wurde mit dem Krankenwagen ins Spital gebracht, erlag dort ihren schweren Kopfverletzungen. Jetzt sucht die Kripo nach Zeugen, denn: Bislang hat sich niemand gemeldet, der den Unfall gesehen hat. Ein Fahnder: „Wir gehen davon aus, dass sie nicht einfach gestürzt ist, sondern von einem Auto gerammt wurde.“ Hinweise an die Polizei unter Tel.: 01/313 10-43 210


"Rebellinnen"

Bei der Toten handelt es sich um die Historikerin und Kulturschaffende Charlotte Martinz-Turek († 38), Leiterin des Linz09-Projekts REBELLINNEN.

Mysteriös:

Es ist schon die zweite Linz09-Managerin, die binnen kürzester Zeit zu Tode gekommen ist.

Gibt es einen Linz09-Fluch?


"Subversiv Messe"

Zuvor war schon Barbara Pitschmann († 32) ertrunken aus dem Stausee Ottenstein nahe Rastenfeld (NÖ) von Polizeitauchern geborgen worden. Die in Wien lebende Künstlerin hatte das Projekt „Subversiv Messe“ geleitet, war am 12. Mai spurlos verschwunden – nach einer Pressekonferenz.

Tagelang wurde nach ihr gesucht, ehe Bootsfahrer ihre Leiche entdeckten. Die Umstände: weiter unklar. Sie hinterlässt einen Sohn (13).

hier ein Bericht aus Standard.at vom 22.5.2009:


Vermisste Kulturmanagerin tot gefunden

Barbara Pitschmann

22. Mai 2009

Die 32-Jährige wurde aus einem Stausee geborgen

Linz - Der Tod jener Linzer Kulturmanagerin, deren Leiche am Donnerstag im Stausee Ottenstein im Gemeindegebiet von Rastenfeld (Bezirk Zwettl) in Niederösterreich gefunden worden ist, bleibt rätselhaft. Die 32-Jährige war am Dienstag vergangener Woche unmittelbar nach einer Pressekonferenz in Linz verschwunden. Ihr Wagen, der nahe des Stausees abgestellt war, sei aber nie jemandem aufgefallen, hieß es bei der Polizei.

Die Künstlerin hatte zuletzt ein Projekt für die Kulturhauptstadt Linz09 betreut. Am 12. Mai stellte sie es in einer Pressekonferenz in Linz vor - und wurde seither von niemandem mehr gesehen. Tags darauf meldete die Familie sie als vermisst. Man habe intensiv nach der Frau gesucht, allerdings ohne Erfolg, hieß es bei der Polizei Linz. Erst am Christi-Himmelfahrts-Tag entdeckten Bootsfahrer die Leiche der Frau im Stausee Ottenstein.


Hinweise auf Suizid

Die Sicherheitsdirektion Niederösterreich schließt Fremdverschulden aus. Es gebe Hinweise auf einen Suizid. Eine Obduktion habe Ertrinken als Todesursache ergeben. Laut Polizei sei die Leiche nicht angeschwemmt worden, sondern die Frau offenbar im Stausee ertrunken. Der Wagen der Toten wurde nicht weit entfernt gefunden. Am Tag zuvor sei er allerdings noch niemandem aufgefallen, so ein Polizist zur APA. Wie lange die Frau bereits tot ist, stehe nicht fest, hieß es bei der Staatsanwaltschaft Krems. Man warte noch auf einen schriftlichen Obduktionsbericht. Die Kulturmanagerin, die in Wien gelebt hat, hinterlässt einen minderjährigen Sohn. (APA)


Kein Selbstmord? Bericht oe24.at vom 27.5.2009

Mord-Gerüchte um "Linz09"-Künstlerin

Seit ihre Leiche in einem Stausee gefunden wurde, kursieren Gerüchte um den Selbstmord von Barbara Pitschmann. Auch ihre Mutter hat Zweifel.

„Erst wenn ich alle Untersuchungsergebnisse kenne, kann ich mein Kind gehen lassen“, sagt Veronika Pitschmann. Die 55-Jährige versteht nicht, warum ihre Tochter Barbara starb, ihr Tod hat sie völlig überrascht.


18 Kilo Steine und Kabelbinder

Die Kripo schloss Fremdverschulden rasch aus, als die Leiche der Linz09-Managerin im Stausee bei Ottenstein (NÖ) gefunden wurde: Die Obduktion ergab „Tod durch Ertrinken“ – ein tragischer Selbstmord. Die 32-Jährige hatte sich mit einem Rucksack, gefüllt mit 18 Kilo Steinen und mit Kabelbindern fixiert, ins Wasser gestürzt.


Gerüchte

Doch von Anfang an gab es Gerüchte: In Internetforen wird getuschelt, dass die politisch aktive Künstlerin nicht freiwillig in den Tod gegangen sei. Und Mutter Veronika macht stutzig, dass es weder Ankündigung noch einen Abschiedsbrief gab: „Barbara hat ihren Sohn so sehr geliebt, sie würde so etwas doch nicht tun – ohne ein Wort zu sagen.“


Befund

Die Frau hat sich nun an die Kripo gewandt. „Ich verstehe die Bestürzung der Familie“, sagt Chefinspektor Leopold Etz. Es handle sich aber eindeutig um einen Suizid. Dennoch hat der Kriminalist die Mutter an den Gerichtsmediziner vermittelt: Ein toxikologisches Gutachten soll ausschließen, dass Barbara etwa mit Tropfen außer Gefecht gesetzt wurde, bevor sie im Stausee ertrank. Das Ergebnis wird in zwei Wochen erwartet.


Gefälschter Folder warnt vor Polizeistaat

Gefälschter Folder warnt vor Polizeistaat

Bericht OOEN vom 22.5.2009

LINZ. Aufregung herrscht wegen eines gefälschten Linz09-Folders. Darin wird vor Polizeiübergriffen in Linz gewarnt. Die Linz09-Führung distanziert sich davon.

Der Folder ist perfekt gefälscht, wirkt wie eine Information für Touristen, die mehr über Linz09 erfahren wollen. Auch Bild und Unterschrift von Linz09-Chef Martin Heller wurden verwendet. „Polizeiübergriffe gehören zum festen Bestandteil der Linzer Exekutive“ ist im Folder zu lesen, auch Verhaltensmaßnahmen im Falle von polizeilichen Übergriffen werden gegeben. In Deutsch, Englisch und Spanisch.

Die Linz09-Verantwortlichen distanzieren sich davon: „Urheber der Aktion ist die Gruppierung rund um die Krawalle am 1. Mai in Linz“, sagt Linz09-Sprecherin Sigrid Wilhelm. Die ÖVP fordert eine klare Distanzierung der Linz09-Leitung. (kran)

(Anm. der Red.: soviele Zufälle auf einmal?)


Oberst Kroell Chef der SOKO Kampusch - doch kein Selbstmord?

Es mehren sich die Hinweise, dass Oberst Kroell doch nicht Selbstmord begangen hat:

keine Schmauchspuren, und soll sich als Linkshänder angeblich mit rechter Hand erschossen haben

mehr dazu unter heute.at

Kampusch: Geheimakte gibt weitere Rätsel auf!

Der Entführungsfall Natascha: Jetzt sind neue Beweise aufgetaucht, die vermuten lassen, dass der Chef der Soko „Kampusch“ doch keinen Selbstmord begangen hat! Laut geheimem Polizeibericht liegen „gravierende Ungereimtheiten“ vor. So soll sich der Ermittler mit der linken Hand erschossen haben – obwohl er Rechtshänder war.


Natascha Kampusch bei der Buchvorstellung: Ihr Fall ist immer noch nicht geklär


Im Juni soll sich Polizeioberst Franz Kröll (58) in Graz das Leben genommen haben – so die offizielle Fassung. Jetzt gibt der Polizeibericht aber neue Rätsel auf. Laut „Standard“ soll sich der Rechtshänder Kröll mit der linken Hand erschossen haben.

Experten verweisen darauf, dass es zwar keine Studien dazu gebe, dieses Verhalten aber sehr ungewöhnlich sei: „Die meisten Suizidfälle erfolgen mit der Händigkeit, welche die Menschen auch sonst haben“, erklärte die Grazer Forensikerin Kathrin Yen.

Zudem sorgen zwei Tests für Wirbel: Eine nach der Tat erfolgte Prüfung konnte keine (für einen Schuss notwendigen) Schmauchspuren an der Hand des Opfers nachweisen – ein späterer Test aber schon! Für Schießgutachter Ingo Wieser ein Witz, da aus technischen Gründen nur EINE Prüfung möglich ist – ohne Spuren zu vernichten.

Kröll glaubte nicht daran, dass Entführer Priklopil Selbstmord begangen hatte. Dazu hätte die Polizei eine Temperaturmessung an der Leiche vornehmen müssen – was nicht geschah.


13.1.2011: Bruder des Franz Kroell muss vor Gericht

GRAZ. Wegen des Verdachtes des schweren Diebstahles und der Urkundenunterdrückung im Zusammenhang mit dem Fall Natascha Kampusch muss sich der Bruder des ehemaligen Kampusch-Chefermittlers am 2. Februar in Graz vor Gericht verantworten.

Dem 56-jährigen Steirer wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, dass er den Laptop mit Datenmaterial der Kampusch-Ermittlungen sowie Wertgegenstände und Dokumente aus dem Safe seines Bruders nach dessen Tod unrechtmäßig an sich gebracht haben soll. Wie berichtet, hatte sich der Chefermittler Oberst Franz Kroell (59) im Juni 2010 in Graz erschossen. Den Laptop gab der Bruder des Ex-Polizeibeamten später zurück.

Brisant ist der Prozess auch im Hinblick auf die Rolle des Beschuldigten im Zusammenhang mit von ihm kolportierten Zweifeln am Suizid von Franz K.: Der Bruder des ehemaligen Polizisten ist von einer Mehrtätertheorie im Fall Kampusch überzeugt und vermutet, dass sein Bruder in seinen Ermittlungen möglichen Komplizen von Wolfgang Priklopil zu gefährlich geworden sein könnte.

Zu dieser Theorie kommen auch noch Aussagen von Abgeordneten im Parlament: Im ständigen Unterausschuss des Innenausschusses soll der Frage nachgegangen werden, ob sich die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft in diesem Fall richtig verhalten haben. Dies wird derzeit von der Staatsanwaltschaft Innsbruck untersucht.

Den Ausschlag für diese Untersuchungen gab im September 2010 der pensionierte OGH-Präsident Johann Rzeszut (69). Er war Mitglied der vom Innenministerium eingesetzten Kampusch-Evaluierungskommission unter dem früheren Verfassungsgerichtshof-Präsidenten Ludwig Adamovich. In einem Schreiben dokumentierte Rzeszut im Fall Natascha Kampusch, die 1998 von Wolfgang Priklopil entführt worden war, zahlreiche Ungereimtheiten. Kampusch hatte 2006 flüchten können. Diese hatte auch Ermittler Franz K. weiter verfolgen wollen.

Dazu kam es jedoch nicht: Die Staatsanwaltschaft schloss den Fall mit einer Pressekonferenz im Jänner 2010 ab. Franz K. verweigerte dazu seine Teilnahme und wurde im Juni erschossen aufgefunden.


04.3.2011 Bruder des Franz Kröll, der Aufdecker, wird plötzlich verhaftet

Bruder von Kampusch-Ermittler in Haft

Der Grazer Karl Kröll ignorierte Gerichtstermin. Am Freitag wurde der 56-Jährige in Krems an der Donau wegen Fluchtgefahr festgenommen. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Verhängung der Untersuchungshaft.


Die Causa Kröll beschäftigt die Justiz seit vorigen Sommer. Einerseits behauptet der 56-jährige Karl Kröll, sein Bruder Franz, ehemaliger Ermittler in der Kampusch-Sonderkommission, sei ermordet worden, weil er im Fall Kampusch zu viel gewusst habe.

Andererseits wird Karl Kröll beschuldigt, dass er aus der Wohnung seines toten Bruders Bargeld, Dokumente, Unterlagen und einen Laptop gestohlen hatte. Urkundenunterdrückung und Vollstreckungsvereitelung sind zwei weitere Anklagepunkte.


Fluchtgefahr

Dafür hätte er sich schon zwei Mal vor Gericht verantworten sollen. Doch Kröll war zu den Verhandlungen nie erschienen. Für die erste Abwesenheit entschuldigte er sich - die Richterin akzeptierte den Grund. Dem zweiten Termin blieb er unentschuldigt fern (wir berichteten). Jetzt reichte es Richterin Elisabeth Juschitz.

Über richterliche Anordnung wurde der Grazer am Freitag in Krems an der Donau (NÖ) festgenommen und nach Graz überstellt. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Verhängung der Untersuchungshaft. Die Begründung: Fluchtgefahr. Staatsanwalt Hansjörg Bacher: "Damit wollen wir sicherstellen, dass beim nächsten Termin verhandelt werden kann." Über den Antrag entscheidet ein Haftrichter.

Das BZÖ ortet einen Justizskandal. Man wolle Kröll "kaltstellen, weil er die Schweinereien rund um den Fall Kampusch aufdecken wollte", sagt der steirische BZÖ-Chef Gerald Grosz und verweist darauf, dass Ewald Stadler, stellvertretender BZÖ-Klubobmann im Nationalrat, dazu alle Informationen und Unterlagen habe: "Wir fordern einen Untersuchungsausschuss."


"korruptes faschistoides Rechtssystem" (O-Ton BZOE) !

In einer Aussendung vergleicht das BZÖ Österreichs Justiz mit einem "korrupten, faschistoiden Rechtssystem in der ehemaligen DDR und Nordkorea". "Es ist nun amtliches und trauriges Faktum in der österreichischen Rechtsgeschichte, dass sich einst unabhängige Justizbehörden für die offensichtliche Vertuschung eines Kinderpornoringes indirekt einspannen lassen, Aufdecker mit unzulässigen Mitteln jagen, um Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb des Justizsystems zu decken."


Gerald Fleischmann, Leiter der Kommunikation im Justizministerium, weist die Vorwürfe entschieden zurück: "Wir lassen nicht zu, dass Justizmitarbeiter von Parteipolitikern schlecht geredet werden." Übrigens: Nach seiner Festnahme verlangte Kröll Ewald Stadler als Beistand. Der Wunsch wurde ihm nicht erfüllt.


Februar 2008: Hauptfigur der Saunaaffäre tot - Mordkommission eingeschaltet

Bogner - schillernde Figur der Halbwelt, ist mit 44 Jahren plötzlich verstorben

Bogner, Ex-Schwager von Ex-Innenminister Karl Schlögl, hat einst die "Goldentime-FKK-Sauna" in Simmering betrieben. Über die Finanzierung des Etablissements rankten sich Gerüchte bis hin zur kolportierten Verbindung zu einem ebenso riesigen wie prominenten Pleitefall. Und im Firmenbuch fanden sich in der komplizierten Eigentümerstruktur unter anderem auch die klingenden Namen von (früheren) Politikern.

Bogner war 2006 unter anderem Zuhälterei und Menschenhandel vorgeworfen worden. Er wurde, samt einigen angeblichen Komplizen, verhaftet und saß sechs Wochen im Landl in U-Haft


Oktober 1981 Lütgendorf starb unter mysteroesen Umstaenden

Bericht Presse

Karl Lütgendorf: Sein Geheimnis nahm "Lü" ins Grab

06.10.2006 | 00:00 | (Die Presse)

Karl lütgendorf. Vor 25 Jahren starb der Ex-Armeeminister unter mysteriösen Umständen.

Am 9. Oktober 1981 wurde der 67-jährige Ex-General und pensionierte Verteidigungsminister Karl Lütgendorf bei seinem Jagdhaus in Schwarzau im Gebirge (NÖ) erschossen aufgefunden. Die Selbstmord-These war stets bezweifelt worden, doch alle Spuren zu Geheimdiensten im Nahen Osten verliefen im Sand, obwohl bekannt war, dass Lütgendorf eine rege Vermittlertätigkeit in Sachen Waffenexport betrieb.

Am Morgen des 9. Oktober war der seit vier Jahren pensionierte Minister durchaus guter Dinge. Aber - was erst im Nachhinein verdächtig schien - sehr in Eile. Sein Gutsverwalter bat um einige Unterschriften, um die Arbeiter für die Woche auszahlen können, das tat "Lü" nur in äußerster Eile. Er hatte offenbar einen Termin. Mag sein, dass er von Unbekannten zu dem Treffpunkt bei seiner Jagdhütte beordert worden war.


in den Mund geschossen - Selbstmord? alles spricht dagegen

Weil er nicht wie gewöhnlich um 12.30 Uhr bei Tisch erschien, fuhr ihm seine Frau ins Revier nach - und fand die Leiche: Nach vorn übers Lenkrad gebeugt, in den Mund geschossen, die Waffe (Smith & Wesson) fest in der Hand. In der linken.

Frau Emily Lütgendorf alarmierte den Gemeindearzt. Der konstatierte Selbstmord. Obwohl alles dagegen sprach. Im Obduktionsbefund stand ebenfalls Suizid - und die Kriminalpolizei ließ lieber die Finger davon: Erst acht Jahre nach Lütgendorfs Tod bekam Gemeindearzt Schramm erstmals Besuch von Beamten der Kripo. Denn da wurde ein riesiger Waffenskandal unter dem Stichwort "Noricum" offenbar, und die Umstände rund um "Lüs" Tod waren wieder interessant.

Bundeskanzler Kreisky soll sich im Besitz eines Dossiers befunden haben, wonach ein nahöstlicher Dienst den adligen Ex-Minister gekillt habe. Aber Kreisky wünschte keine Untersuchungen. Dass bei der Obduktion der Leiche der Mageninhalt nicht untersucht wurde, erscheint mehr als rätselhaft und eröffnet Verschwörungstheorien Tür und Tor.


Schiessexperte bezweifelt Selbstmordtheorie

Ehemalige Mitarbeiter im Ministerbüro Lütgendorfs hatten sich ihre eigenen Gedanken gemacht. Einer davon - heute in Pension - war lange im Heeresnachrichtenamt und Schießexperte. Er hatte von allem Anfang an die Selbstmordtheorie bezweifelt: Der Rückstoß reiße einem Selbstmörder die großkalibrige Waffe aus der Hand, sagt er. Dagegen spricht freilich, dass dieses physikalische Gesetz jedermann bekannt ist. Wäre der Mörder so dumm gewesen, der Leiche die Waffe in die Hand zu drücken?


Rechtshänder Lü - Pistole aber in linker Hand

In die linke Hand: "Wir alle aus der Umgebung des Ministers wissen, dass Herr von Lütgendorf Rechtshänder war", versichert der Beamte der "Presse". Und dann die zerschossenen Vorderzähne: "Völlig klar - man hat ihn festgehalten und der Killer hat dem Ex-Minister die Pistole angesetzt."

Dem widerspricht das offizielle Gutachten. Heeres-Sachverständiger Ingo Wieser hatte im Auftrag der Staatsanwaltschaft 1989 Schusstests in Felixdorf gemacht und danach auf "Selbstmord" entschieden. Die Akten wurden geschlossen.


Für den Sohn, Philipp Lütgendorf, war es Mord.

"Es ist erstens völlig unvorstellbar, dass der Vater keinen Abschiedsbrief hinterließ", meint er im "Presse"-Gespräch. Dass angeblich kein Testament vorlag, macht dem Sohn ebenfalls zu schaffen. Es folgten jahrelange Gerichtsverfahren, die die drei Lütgendorf-Kinder aus erster Ehe gegen die zweite Ehefrau angestrengt hatten. Sie hatten inzwischen Hausverbot in Schwarzau. Das Ende vom Lied war, dass das riesige Anwesen samt Forst verkauft werden musste.

Das Rätsel um Lütgendorf bleibt bis heute ungelöst. Seitdem blühen die Spekulationen, weil der Verteidigungsminister ein schillerndes Leben geführt hatte. Als Sohn eines k. u. k.-Generals war für ihn die Offiziersausbildung vorgegeben. Er stieg - ohne Parteibuch - im Bundesheer der 2. Republik rasch hoch, bis zum Brigadier, bis zum Sektionschef und Leiter der Ausbildung. Ein Pragmatiker, ein strenger Militär.

1971 konnte der damalige Minister unter Kreisky, General Johann Freihsler, aus Krankheitsgründen nicht mehr weiter. Dass er in der Wehrmacht (wie Lütgendorf) gedient hatte, war nicht das Problem für die SPÖ, aber das Wahlversprechen, den Wehrdienst auf sechs Monate zu kürzen, hatte dem Herzen des Generals heftig zugesetzt. So kam Lütgendorf ins Spiel. Er traute sich zu, den Wunsch des Nichtmilitärs Kreisky umsetzen zu können. Aber da war ein Problem: "Lü", ganz der alten Armee verbunden, verabscheute Parteibücher.

Kreisky bestellte ihn zu sich und bat ihn eindringlich: "Nimm das Parteibuch, da ist doch nix dabei. Ich hab' in der Partei den Cap, der is' a Grätzn und macht mir sonst Zores." Cap war damals noch ein aufmüpfiger Juso-Anführer. Lütgendorf weigerte sich nicht nur, sondern verlangte von seinem Du-Freund Kreisky, dass er ihn der Öffentlichkeit ausdrücklich als parteiungebundenen Fachminister vorstellen müsse.

Kurz vor seiner Angelobung teilte er seinem alten Vater dann am Telefon die Neuigkeit mit. Der antwortete lapidar: "Gott schütze Österreich!"

Seine Auftritte in der großen Politik sollten nämlich des Öfteren im Fiasko enden: "In der Politik ist es eben aus taktischen Gründen manchmal angezeigt, der Presse nicht die volle Wahrheit zu sagen", teilte er im Oktober 1972 dem Nationalratsplenum im Verlauf einer turbulenten Fragestunde mit. Der Wirbel damals hielt sich in Grenzen, denn viele der Volksvertreter waren sowieso derselben Meinung wie der General. Lütgendorf, der schon damals exzellente Kontakte zu Amtskollegen im Nahen Osten besaß, hatte dem Heeressportverein Syriens Scharfschützengewehre und Munition geschickt. Kreisky musste seinen Minister verteidigen: Welche Aufregung wegen "ein paar Knallkapseln"!


Waffen- und Munitionstransaktionen nach Libyen und sein Umgang mit der Wahrheit

Zum Sündenfall wurde Lütgendorfs Umgang mit der Wahrheit erst, als er auch seinem Herrn und Meister einige brisante Details verschwieg. Es ging um Waffen- und Munitionstransaktionen nach Libyen. Die Volksvertreter anschwindeln - das konnte ja noch angehen, aber den "Alten" selbst: Da war Kreiskys Geduld am Ende. Lütgendorf musste seinen Rücktritt einreichen und der stoische Otto Rösch sorgte als Nachfolger wieder für Ruhe im Ressort.

Die syrischen Militärs waren über den Sturz ihres Kollegen erstaunt und pikiert. Kreisky musste zu einem offiziellen Arbeitsbesuch bei Diktator Assad fliegen, um die Irritation zu planieren. Beim Bankett, das Kreisky seinen Gastgebern ausrichtete, meinte der damalige syrische Verteidigungsminister Mustafa Tlass zum "Presse"-Vertreter, er verstehe bis heute nicht, warum Kreisky, dieses Idol der Araber, so einen honorigen Mann wie "Lü" aus dem Amt jagen konnte. "Wir haben ihn sehr geschätzt", bedauerte Tlass, der sich auch beim Abendessen nicht von seiner imposanten Handfeuerwaffe trennen konnte.

Danach folgte das "zweite Leben" des Karl Lütgendorf. Noch als Minister hatte er ein zweites Mal geheiratet und sich neuen Vaterglücks erfreut. Was Kreisky zu dem Bonmot veranlasst hatte: "63 ist er? No ja, ein General kann sich halt noch befehlen . . . "


waren inländische Killer am Werk?

Welche Geschäfte er nach seiner Pensionierung im Nahen Osten betrieb, das bleibt bis heute ein Geheimnis. Bekannt ist lediglich, dass er als Aufsichtsrat bei Steyr-Daimler-Puch seine Kontakte nützte, um der österreichischen Panzerfertigung Aufträge zukommen zu lassen. Doch zu der Spekulation, dass eventuell inländische Killer am Werke waren, will sich heute niemand hinreißen lassen.

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